Baesweiler: Iftar-Essen: Pünktlich um 21.11 Uhr werden Datteln gereicht

Baesweiler: Iftar-Essen: Pünktlich um 21.11 Uhr werden Datteln gereicht

Das schöne Wetter haben die Gläubigen genutzt und Tische und Bänke im Freien aufgebaut. Schließlich erwarteten sie viele Gäste zum abendlichen Fastenbrechen. Im Schatten des Minaretts der Moschee gleich neben dem Carl-Alexander-Park rezitierte der Imam zunächst aus dem Koran.

Das erste, was es für die Gläubigen pünktlich um 21.11 Uhr zu essen gab, war unter Berufung auf den Propheten eine Dattel.

Das Iftar-Essen wurde von drei islamischen Gemeinden aus Baesweiler gemeinsam organisiert. Erstmals schlossen sich die „Türkisch-Islamische Gemeinde zu Baesweiler” (Ditib-Moschee am Carl-Alexander-Park), der „Soziale und Kulturelle türkische Verein in Baesweiler und Umgebung” (Breite Straße) und der „Türkische Integrations- und Bildungsverein” (Wolfsgasse) zusammen, um Muslime und Menschen anderer Konfessionen zum Fastenbrechen einzuladen.

Ziel sei, dass an diesem Abend Muslime und andere Bürger die Möglichkeit zur Begegnung haben, erklärte Reyhan Akkas, stellvertretende Vorsitzende des Baesweiler Integrationsrats. Eingeladen waren auch Vertreter der Verwaltung, der Parteien, von Kirchen, Sozialdiensten oder Schulen. Zudem kam der stellvertretende Bürgermeister Herbert Geller. „Die Vernetzung ist für die Arbeit des Integrationsrates sehr wichtig”, sagt Akkas.

Die drei muslimischen Gemeinden vertreten derweil eine Menge Gläubige. In der Ditib-Moschee gibt es 280 Mitglieder. Der Soziale und Kulturelle türkische Verein in der Breite Straße zählt rund 90 Mitglieder. Der Türkische Integrations- und Bildungsverein in der Wolfgasse hat rund 120 Mitglieder. Oft ist allerdings nur eine Person aus der Familie offizielles Mitglied. Die restliche Familie zählt trotzdem zur Gemeinde und nutzt die Gebetsstätten.

Rund 60 Gäste waren der Einladung gefolgt. Für sie gab es ein leckeres Essen mit traditionellen türkischen Speisen. Beim gemeinsamen Speisen sollten sich die Leute kennenlernen. „Unser Wunsch ist, dass sich alle Bürger offen und mit Interesse und Verständnis begegnen”, sagt Akkas. Dazu könne das gemeinsame Iftar-Essen beitragen. Denn Integration gelinge nicht einfach so von alleine. „Integration geschieht zwischen Menschen. Sie müssen sich bemühen, den anderen und seine Kultur zu verstehen”, sagt Sadi Ünal vom Sozialen und Kulturellen türkischen Verein in Baesweiler und Umgebung. Integration sei nicht immer einfach, da das Verhältnis auch von Extremen bestimmt werde. Thilo Sarrazin, der Rapper Bushido oder die Salafisten seien solche Extreme. „Wir wollen einfach mit gesundem Menschenverstand aufeinander zugehen”, sagt Ünal.

Dafür sei gerade der Ramadan eine gute Zeit. Im islamischen Fastenmonat seien die gläubigen Muslime besonders sensibilisiert. „Dabei lernt man die Dinge des Alltags schätzen. Wir haben jetzt seit 16 Stunden nichts gegessen und nichts getrunken. So lernt man schon ein Glas Wasser zu schätzen”, sagt Ünal. In dieser Zeit sei man folglich auch sensibler und verständnisvoller im Umgang mit den Mitmenschen.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der islamische Fastenmonat. Das große Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans (in diesem Jahr der 19. August) ist nach dem Opferfest der höchste islamische Feiertag.

Das Fasten im Ramadan ist eine der im Koran verankerten religiösen Pflichten der Muslime. In dieser Zeit dürfen sie zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang nichts essen oder trinken. Ausgenommen sind Kranke, Schwangere oder Kinder.