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Broichweiden: Hundertjähriger Kamin der Ziegelei gesprengt

Broichweiden : Hundertjähriger Kamin der Ziegelei gesprengt

Dem lauten Knall folgte der Fall. Der Kamin der alten Ziegelei Kappertz in Linden-Neusen ist nach gut 120 Jahren Geschichte.

Am Donnerstag fiel der Schlot dem Sprengmeister zum Opfer. Das 38,5 Meter hohe Bauwerk hatte bei den jüngsten Stürmen gelitten, Verspannungen waren gerissen - der Kamin wurde zur Gefahr. Eine Instandsetzung, überlegte die Familie Kappertz, wäre sehr aufwändig geworden. Die Sprengung schien wesentlich preiswerter.

Seit 1985 kalt

1985 hatte die Ziegelei geschlossen; seit dem war auch der Schlot erkaltet. Bis dahin hatte das rund 250 Tonnen schwere Bauwerk rund 100 Jahre seine „Arbeit” problemlos getan.

Jetzt rückten der Sprengbeauftragte Walter Werner, Sprengmeister Karl Prinz und die Simmerather Recycling GmbH an. In berechnete Bohrlöcher der rund 50 Zentimeter starken Wandung wurden 1,2 Kilo des Sprengmittels „Eurodyn” eingebracht. Der Vorplatz war geräumt.

Lauter Knall

Um 14.50 Uhr gab Karl Prinz das Signal, ein lauter Knall ertönte. Eine Staubwolke breitete sich am Fuß des Kamins aus. Sekunden passierte nichts, dann neigte sich der Turm langsam Richtung Freifläche und schlug mit einem dumpfen Ton auf dem Boden auf.

„Alles genau nach Plan, nichts Unvorhergesehenes passiert”, sagte Karl Prinz in erster Analyse. Walter Werner war nach seiner Besichtigung schon weiter: „Jetzt können die Bagger anrücken.”

Stein für zu Hause

Die Polizei hob die Absperrung auf, und eine große Zahl Schaulustiger strömte aufs Gelände. Der ein oder andere steckte sich einen Stein als Andenken ein. „Der Kamin”, hieß es mit etwas Wehmut,„hat schließlich lange das Bild unseres Dorfs geprägt.”