Alsdorf: „Hüttenhausen“: Mehr als nur Bretter und Nägel

Alsdorf : „Hüttenhausen“: Mehr als nur Bretter und Nägel

Am letzten Tag stand Aufräumen auf der Tagesordnung. Hämmer, Nägel, Sägen und Feilen wurden eingesammelt, die errichteten Hütten bekamen hier und da noch einen letzten, liebevollen Schliff. Drei Wochen lang haben sich gut 80 Kinder auf dem Gelände an der Hoengener Rosenstraße nach allen Regeln der Kunst austoben dürfen.

Dass Spieldrang und Kreativität auch konstruktiv in handwerkliche Kenntnisse umgesetzt werden können, das beweist das städtische Ferienangebot des Jugendtreffs „Altes Rathaus“ Mariadorf jedes Jahr aufs neue.

Fortwährender Prozess

Bereits in der ersten Hälfte der Sommerferien hatte die erste Gruppe von Kindern damit begonnen, „Hüttenhausen“ abermals neu zu erfinden. Die zurückgelassene Kolonie wurde von den „Neuankömmlingen“ nahtlos in ihrem Sinne fort betrieben. „Der Bau der Hütten ist ein fortwährender Prozess. Die Kinder übernehmen Teile der Vorgänger, erweitern und verfeinern die Bauwerke“, erklärte Betreuerin Agnes Migenda vom städtischen Jugendamt.

Täglich wurden von den 10 ehrenamtlichen Jugendleitern Workshops angeboten. Unter der professionellen Anleitung — alle Leiter haben die sogenannte „Jugendleiter-Card“ — konnten die Kinder sich an den verschiedensten Werkzeugen ausprobieren. Aber auch Singen, Trommeln und Tanzen wurde angeboten. Zusammen mit ihren beiden Kollegen Günter Thimm und Hartmut Krompholz hatte Migenda das Kommando. Hatten die Kinder eigene Vorschläge und Wünsche, wurden diese nach Möglichkeit sofort in den Tagesablauf integriert.

Die Fantasie stand beim Großprojekt „Magischer Zoo“ an erster Stelle. Nachdem die Hütten einmal in Form gebracht waren, wurden die Innenräume gleich für die (imaginären) Tierbesucher hergerichtet. Neben Giraffen, Nashörnern und Löwen bezogen auch „das letzte Einhorn“ und ein Tyrannosaurus Rex ihre neuen Quartiere. Beim Abschlussfest herrschte nicht nur bei den Eltern großes Erstaunen ob der fantastischen Artenvielfalt.

Während dem „T-Rex“ die subtropische Hitzewelle wahrscheinlich sehr gelegen kam, ächzte der ein oder andere Bewohner von Hüttenhausen unter den Temperaturen jenseits der 30 Grad.

Mit einem großen Vorrat an Getränken und den Schatten spendenden Bretterbauten konnte jedoch auch dieser Umstand gemeistert werden. Während der Zeit entwickelten die Kinder einen engen Bezug zu ihren Errungenschaften. Am Ende eines jedes Tages war der eigene Fortschritt sofort messbar.

Gemeinsam etwas erschaffen

„Der Magische Zoo“ hat seine Zelte längst wieder abgebrochen. Die Hütten begeben sich jedoch zurück in ihren weiteren Zyklus. In den Herbstferien haben sich bereits die nächsten Ferienspiele angemeldet um die Kolonie weiter zu verschönern und zu Gestalten.

Baufällige Hütten werden zurückgebaut und neu errichtet, die robusteren Exemplare dienen als Basis für neuere Bauten. „Viele Kinder lernen zum ersten Mal den Umgang mit Werkzeug.

Werken, Bauen und gemeinsam etwas erschaffen — Hüttenhausen besteht aus mehr als nur Brettern und Nägeln“, erläuterte Agnes Migenda zufrieden.

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