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Alsdorf: Hubertusmesse stand auch in der Kritik

Alsdorf : Hubertusmesse stand auch in der Kritik

Zur traditionellen Hubertusmesse hatte die Hoengener Jägerschaft in Verbindung mit dem Alsdorfer Hegering II in die Pfarrkirche St. Marien nach Mariadorf eingeladen.

Die Falkner hatten im Chorraum mit ihren Greifvögeln und Jagdhunden Aufstellung genommen, während das Jagdhornbläsercorps Alsdorf unter der Leitung von Achim Müller den Gottesdienst musikalisch gestaltete.

In seiner Predigt wies Dechant Heribert Brendt unter anderem darauf hin, dass die Jäger nicht bloß dazu da sind, die Tiere zu erlegen, sondern auch, um diese zu schützen.

Terror im Wald?

Vor dem Gottesdienst kamen daran jedoch Zweifel auf. Vor der Kirche hatte sich eine Gruppe Protestierender vom Verein „Menschen für Tierrechte, Tierversuchgsgegner Aachen” postiert. Mit Plakaten prangerten zwölf Aktivisten unter anderem das qualvolle Verenden solcher Tiere an, die von Jägern nur angeschossen werden. Vorstandsmitglied Heiko Weber wurde konkret: „St. Hubertus verzichtete auf die Jagd und wandte sich Gott zu. Jäger töten aber Gottes Geschöpfe als Hobby. Dieser Gottesfrevel muss gestoppt werden.”

Auf manchem Plakat ging man noch schärfer zur Sache: „Kein Terror mehr im Wald”, war zu lesen und „Gott würde Tiermörder nicht segnen”. Statistiken hatten die Tierrechtler ebenfalls zur Hand. So würden die Jäger des deutschen Jägerverbandes jährlich 336.456 Füchse, 1.071.236 Rehe und 350.000 Katzen erlegen. Zu den Protesten bemerkte Hegeringleiter Norbert Zentis, der sich wie alle anderen Jäger gelassen zeigte, dass jeder das Recht habe, zu demonstrieren. „Solange das friedlich verläuft, können wir gut damit leben.” Den Protest bezeichnete Zentis jedoch als erheblich überzogen. Er erinnerte daran, dass beispielsweise bei Fällen von Tollwut oder Schweinepest die Tiere durch die Jäger gejagt werden müssten, um die Ausbreitung der Wildkrankheiten und Tierseuchen zu verhindern. Außerdem sei es Aufgabe der Jäger, Schäden an landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Kulturen zu verhindern, soweit sie über das normale Maß hinausgehen. Die Revierpächter hätten andernfalls bei eintretenden Schäden in Felder und Flur aufzukommen.

Fünf Kilogramm schwerer Uhu

Dem Gottesdienst folgte eine Vorführung von Vögeln und Jagdgebrauchshunden verschiedenster Rassen. Heinz Beckers aus Kempen stellte dabei seinen Steinadler vor, der vier Kilo wiegt und 31 Jahre alt ist. Hans Wimmer war stolz auf seinen Uhu, der fünf Jahre alt ist und fünf Kilo auf die Waage bringt. Die Kreisjägerschaft Aachen hatte unter dem Motto „Lernort Natur” eine sehenswerte Ausstellung aufgebaut.