Herzogenrath/Nordkreis: Höhere Schlagkraft durch größere Kripo-Teams

Herzogenrath/Nordkreis: Höhere Schlagkraft durch größere Kripo-Teams

Da will der Polizeipräsident gar keine Zweifel aufkommen lassen: „Es geht nicht darum, an irgendwelchen Stellen Personal einzusparen, sondern es vielmehr optimal einzusetzen und noch schlagkräftiger zu machen.“ Den Zwischenstand in Sachen Neuausrichtung der Kripo in der Aachener Polizeibehörde hat Dirk Weinspach am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Kern der Umstrukturierung: eine Aufgabenkonzentration im Sinne von Synergieeffekten und verbesserter Flexibilität. Für den Nordkreis bedeutet dies die Fusion der beiden Regionalkommissariate an der Alsdorfer Hauptstraße, wo dann zusammengerechnet 19,5 Stellen — „rund 23 bis 24 Köpfe“ — unter einer Leitung für die örtliche Kriminalitätsbekämpfung zur Verfügung stehen.

„Dieser Weg ist alternativlos“: Polizeipräsident Dirk Weinspach verspricht sich künftig schnellere Fahndungserfolge.

Der Standort am Rathausplatz in Herzogenrath, bei dem sich in Sachen Schutzpolizei nicht ändern werde („es fährt auch kein Streifenwagen weniger“), soll in Folge aber keinesfalls kripolos sein. Vielmehr würden andere Kommissariate dorthin verlagert, deren Personenstärke der bisherigen Kripo vor Ort entsprechen. Welche dies genau sind, wollte der Behördenchef noch nicht darlegen, mit Verweis auf die noch nicht abgeschlossene Konzeptphase.

Der im Hause entwickelte Projektbericht wird zunächst noch dem Innenminister, zudem dem Personalrat und den Mitarbeitern in den betroffenen Kommissariaten vorgelegt. „Deutlich vor Jahresende“, so der grobe Zeitplan, sollen die Pläne schließlich umgesetzt sein.

Für den Südkreis beinhaltet das neue Strukturkonzept die Konzentration der Regionalkommissariate in Stolberg, in Eschweiler wird derweil ein anderes Kommissariat mit deutlicher größerer Personenzahl einziehen.

Während in der Inde-stadt zukünftig jedoch noch die Anzeigenaufnahme vor Ort möglich bleiben soll, „arbeiten wir daran, dies weiterhin auch in Herzogenrath gewährleisten zu können“, bekundet Weinspach und weist ansonsten auf die räumliche Nähe zu Alsdorf hin. Zeugenvernehmungen fänden ohnehin in der Regel an dem Ort statt, wo das Kommissariat für das entsprechende Delikt sitze, auch heute ohnehin schon meistens in Aachen.

Manpower bündeln

Vor zehn Jahren hatte es die letzte Strukturänderung gegeben, sieht sich die Polizei in verstärktem Maße gefordert, auf die stetig wachsenden Herausforderungen der Kriminalitätsentwicklung sowohl mit Blick auf die Art der Delikte als auch deren örtliche Verteilung zu reagieren.

Kriminaloberrat Wilhelm Sauer verdeutlicht, wie sich die Herausforderungen für die Fahnder über die Jahre geändert haben: Wachsende Internetkriminalität ist ein Thema, zudem die Flut an Daten, die es im Zuge von Ermittlungen zu verarbeiten gilt — von Überwachungsvideos nach einem Ladeneinbruch über Handyfilmchen von Zeugen bis hin zu Handyauswertungen.

Sauer: „Bei fast jeder Kriminalitätsform sind Handys mit im Spiel. Insgesamt ist mittlerweile eine Unmenge an Daten zu verarbeiten.“ Heute sei jeder Ermittler in der regionalen Kriminalitätsbekämpfung deswegen ein Spezialist für sich geworden. Know-how, das sich in größeren Kommissariaten punktgenauer bündeln lässt. Ebenso wie im Bedarfsfall die Manpower.

Auch der Blick auf Krankenstand und Urlaube spreche für die Umorganisation: Denn die durchschnittliche Personalabwesenheit von rund 20 Prozent wirkt sich in einem Neun-Personen-Kommissariat eben lähmender aus als in einer 20-köpfigen Mannschaft. Synergien seien zudem in der Leitung und im Geschäftszimmerbereich zu erzielen.

Weinspach ist überzeugt: „Dieser Weg ist alternativlos. Er bedeutet kein Weniger, sondern ein Mehr, da letztlich mehr Personen originär für die Kriminalitätsbekämpfung eingesetzt werden.“ Was letztlich zu schnelleren Erfolgen — und größerer Zufriedenheit der Fahnder führe.