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Alsdorf: Historische Schätze Alsdorfs im Blick

Alsdorf : Historische Schätze Alsdorfs im Blick

„Weißt Du denn, was ein Allianzwappen ist?” Rudolf Bast, Vorsitzender des Alsdorfer Geschichtsvereins, richtet seine Frage an einen achtjährigen Knirps, der vor ihm in der Kriegergedächtniskapelle an der Burg steht. Hendrik Schmitz heißt der kleine Mann.

Mit seinem Opa Willi und etwa 60 anderen Interessierten nimmt der Schüler an einer Reise in die lebendige Vergangenheit seiner Heimastadt teil. Was aber ein Allianzwappen ist, weiß er noch nicht. Rudi Bast erklärt es ihm gern: „Ein Allianzwappen enthält immer die beiden Famlienwappen von Frau und Mann, die geheiratet haben.”

Die von Bast gezeigten Allianzwappen in der Kapelle tragen an einer Seite stets den auch im Stadtwappen Alsdorfs enthaltenen Hammer: Er ist das Symbol der Familie von Blanckart. Sie leitete lange die Geschicke Alsdorfs.

Der Alsdorfer Geschichtsverein möchte an diesem Spätnachmittag Alt-Alsdorfern und Zugezogenen zeigen, dass ihre Heimatkommune viel zu bieten hat. Da ist die Alsdorfer Burg zu nennen. Wobei das Wort „Burg” von unangebrachter Bescheidenheit zeugt. Der jetzige Hausherr Klaus Peschke, Leiter der VHS Alsdorf-Baesweiler, preist das Bauwerk als etwas ganz anderes an. Es handele sich nämlich nach allen Regeln der Bau- und Kunstgeschichte um ein Schloss. In früherer Zeit - die trockengelegten Gräben künden davon - war es sogar ein prächtiges Wasserschloss.

Ein interessantes Stück Sozialgeschichte erzählt der Friedhof vor der Kapelle: Hier finden sich neben Familienmitgliedern der von Blanckarts unter anderem Namen von Schöffen, die für die Rechtswahrung und -findung in der „Herrschaft Alsdorf” mit zuständig waren. Rudi Bast: „Das zeigt, dass die Macht der Blanckarts nicht absolut war. Sie konnten nicht nach eigenem Gutdünken Menschen verurteilen.”

Rudi Bast und Klaus Peschke führten die Exkursionsteilnehmer auch zur nahegelegenen Mariensäule. Diese wurde 1905 aus Anlass des 50. Jahrestages des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens (8. Dezember 1854) erbaut. Für ihre Errichtung hatte sich vor allem Dechant Franz Roderburg stark gemacht. Er war Pfarrer an Alsdorfs Hauptkirche St. Castor, welche die Gruppe zum Abschluss der Führung ansteuerte.

Assistiert von Peter Führen, lieferte Rudi Bast einen Abriss über die Geschichte der Pfarre, die 1995 ihr 700-jähriges Bestehen feierte.

Die Alt- und Neu-Alsdorfer haben Appetit bekommen, ihre Heimatstadt noch näher kennenzulernen. Deshalb bietet der Geschichtsverein im nächsten Jahr Führungen durch die „Alt-Hoengener” Ortsteile an.