Alsdorf: Hilfe für die Fischteiche in der Broicher Siedlung ist Ehrensache

Alsdorf: Hilfe für die Fischteiche in der Broicher Siedlung ist Ehrensache

In 30 Jahren wird Jona Sinder möglicherweise mal einen Ausschnitt dieser Zeitung in die Hand nehmen, um ihn seinen Kindern vorzulegen. Und um zu belegen, dass er an der Rettung der Fische in den Teichen der Broicher Siedlung selbst beteiligt war.

Der dreijährige Knirps war offenbar einer der Jüngsten, die mal — unter Hilfestellung der Alsdorfer Feuerwehr — selbst Wasser per Schlauch in den bedrohten Weiher spritzen durften. Das Interesse am Wasseraktionstag der Feuerwehr war jedenfalls riesengroß.

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Mit einem solchen Andrang hatte selbst Wehrleiter Peter Adenau, der vor Ort war, überhaupt nicht gerechnet. Gemeinsam mit dem Betriebs-Angelsportverein Maria Hauptschacht hatte die Wehr im Rahmen des „kleinen Blaulichttages“ die Öffentlichkeit um Geld- und Wasserspenden gebeten. Im Fünf-Liter-Eimer, in dem sonst Kartoffelsalat oder Mayonnaise gelagert wurde, stapelten sich die Scheine geradezu. Einen Kubikmeter Wasser konnte man für eine Spende von 2,51 Euro kaufen. Nach einer ersten Zählung durch den Vorsitzenden der Angelsportler, Andreas Olbrisch, waren nach Abschluss der drei Stunden dauernden Aktion 3386,11 Euro zusammengekommen, die ins Lebenselixier investiert wurden.

Kommando „Wasser marsch!“ Mit vereinten Kräften werden Eimer und Kannen im Teich entleert. Foto: Sigi Malinowski

Handpumpe und Wasserwerfer

Die Aktion zur Rettung der Fische in der Broicher Siedlung läuft prima: Der dreijährige Jona Sinder (oben) wird den Tag so schnell nicht vergessen. Er darf im Rahmen des „Blaulichtstags“ mit dem Schlauch Wasser in den Teich befördern. Frischwasser wird auch aus einem Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000 per Deckenwasserwerfer mit riesiger Fontäne ins Ziel gebracht. Kommando „Wasser marsch!“ Mit vereinten Kräften werden Eimer und Kannen im Teich entleert. Der Berufswunsch von Jonas (unten rechts) steht ja wohl außer Frage. Foto: Sigi Malinowski

Die Hilfsbereitschaft beeindruckte allseits. Die Feuerwehr war mit 40 Leuten plus Jugendfeuerwehr und riesigem technischen Equipment sowie Fahrzeugen angerückt, sie konnte mit den „sportlichen“ Leistungen zufrieden sein.

„Die ganze Aktion ist zweigleisig angelegt“, erklärte Presseprecher Christoph Simon von der Alsdorfer Feuerwehr. Einerseits wurde das Wasser in den drei Teichen abgepumpt und wieder eingelassen. Zusätzlich wurde der sehr niedrige Wasserstand von nur 60 Zentimetern mit Frischwasser aufgefüllt. Mit dem Zusatz, dass sich die Wehr bei einem Ernstfall aus dem Leitungsnetz bedienen kann.

Mit Bollerwagen angerollt

Während die sechsjährige Alessa Pröhl das mit einem tragbaren Spiel-Löschgerät per Handpumpe erledigte, „feuerten“ 100 Meter weiter entfernt die Profis das Frischwasser aus einem Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000 per Deckenwasserwerfer mit riesiger Fontäne ins Ziel.

Ganz fantasiereich war auch eine Familie aus der Broicher Siedlung, die mit beiden Kindern in einem Bollerwagen vier Eimer Wasser von zu Hause mitgebracht hatten.

Überhaupt glänzten viele Naturfreunde mit Spontanität. Wie beispielsweise die Feuerwehrfreunde aus Stolberg. Sie waren mit einem historischen Auto herüberkommen und ließen 2500 Liter Wasser ab.

Noch am Morgen der Aktion bekam Chris Simon einen Anruf des Kellersberger Landwirts Karsten Klinkenberg. Auch er brachte mit einem Anhänger 5000 Liter Wasser zur Rettung der Fische.

Nach drei Stunden teils harter Arbeit und unter Beobachtung der Angler, die einen gemütlichen Frühschoppen abhielten, fasste Peter Adenau zusammen: „Alles ist sehr gut gelaufen.“ Im wahrsten Wortsinne.

Können doch auch die Anwohner an Straßburger- und Mörike- strasse weiterhin beruhigt schlafen. Die Schlagkraft der Wehr ist ungebrochen hoch. Wie auch wieder die Wasserstände der Teiche.

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