Würselen: Hier malt der Zufall kräftig mit

Würselen: Hier malt der Zufall kräftig mit

Malen an sich ist ja schon cool, findet Jonas. Malen in der Schule macht ihm auch Spaß, aber da muss man sich an Regeln halten, und das schränkt die eigene Kreativität ein, sagt er. Umso besser findet er es daher, dass er sich beim Action-Painting im Jugendzentrum Bahnhof künstlerisch so auslassen kann, wie er mag.

„Wir suchen uns die Werkzeuge, mit denen wir malen wollen, selber aus”, erzählt er. Zweige, ausgediente Gummihandschuhe, Kugeln aus einer alten Spraydose und vieles mehr. „Pinsel sind langweilig. Mit den neuen Malsachen weiß man dagegen nie, wie die Farbe auf dem Bild aussieht. Und das ist spannend”, findet Jonas.

Spannend - das soll Action-Painting auch sein. Im Stil des amerikanischen Malers Jackson Pollock entstehen Bilder, die der Zufall malt. In denen nichts intendiert und nur wenig vom Künstler selbst beeinflusst wird.

„Genau das ist das Interessante”, erläutert Daniela Peters, Praktikantin für Soziale Jugendarbeit beim Jugendamt der Stadt Würselen, die das Malprojekt gemeinsam mit José Herbella vom Jugendamt betreut. Das pädagogische Ziel des Malens ohne Regeln ist, Selbstbewusstsein und Teamgefühl der Kinder zu stärken und Aggressionen abzubauen.

Jonas und seinem Bruder Rico gefällt vor allem, dass sie zu Anfang nicht wissen, wann ein Bild fertig ist und wie es schließlich aussehen wird. „Die Farben sind so schön bunt und durcheinander und die Techniken mischen so viele Einfälle auf so viele verschiedene Weisen. Und am Ende ist trotzdem alles anders als erwartet.”

Einen Platz für das gemeinsam gestaltete Bild haben die Geschwister auch schon ausgemacht: „Wir haben zu Hause eine Bilderwand für unsere Werke. Und so etwas hängt da noch nicht.”