Nordkreis: HGG darf mit großer Unterstützung für Stiftung rechnen

Nordkreis: HGG darf mit großer Unterstützung für Stiftung rechnen

„Die Zukunft des Heilig-Geist-Gymnasiums durch das Spiritaner-Stiftungsmodell mit der Beteiligung der Städte Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen, des Kreises Aachen sowie des Finanzbeitrags des Bistums ist langfristig gesichert.” Der Kreisausschuss nahm am Donnerstag die klare Ansage durch die Verwaltung wohlwollend und einstimmig zur Kenntnis.

Während CDU-Kreistagsfraktionschef Klaus Dieter Wolf von einem „herausragenden Ereignis” sprach, mit dem „endlich alle Unsicherheiten beseitigt” worden seien, mahnte SPD-Finanzexperte Hans G. Bömeke, „trotz aller Euphorie einen klaren Kopf zu bewahren”.

Schließlich sei der Kreis auch mit 1,2 Millionen Euro im Boot. Zudem baten die Genossen die Kreisspitze, der Politik den endgültigen Stiftungsvertrag nochmals vorzulegen.

Dass noch etwas schief gehen kann, daran glauben Landrat Carl Meulenbergh und Kreisdirektor Helmut Etschenberg, die den Prozess maßgeblich moderiert haben, nicht mehr. Baesweiler und Herzogenrath haben bereits zugestimmt, Alsdorfs und Würselens Stadträte werden voraussichtlich am 18. Juni über die Höhe der Einmalzahlung in das Stiftungskapital entscheiden.

Für neuerliche Irritationen hatte der Alsdorfer Schulausschuss gesorgt: Er hatte in dieser Woche das Thema HGG kurzfristig von der Tagesordnung gesetzt mit dem Verweis, dass vom Kreis Aachen weitere Informationen zu erwarten seien.

Dass alle betroffenen Kommunen das Geld für den langfristigen Erhalt des HGG aufbringen werden, hat mindestens doppelten Grund. Zum einen liegt es an der Wertschätzung, die das Gymnasium in der städteregionalen Schullandschaft genießt. Und obendrein ist es für die Städte auch noch finanziell günstiger, wenn auch in Zukunft rund 1000 Schüler am HGG unterrichtet werden.

Wäre doch die Alternative in letzter Konsequenz, dass die städtischen Einrichtungen vor erhebliche Versorgungsprobleme gestellt würden, deren Überwindung die kommunalen Träger viel teurer zu stehen käme als das vorliegende Modell. Während der Kreis sich schon bereiterklärt hat, 1,2 Millionen Euro in die Stiftung einzuzahlen (einstimmiger Beschluss des Kreistages vom 11. Dezember 2008), folgte der Herzogenrather Rat mit dem mehrheitlichen Votum (16. Dezember 2008), 463.000 Euro einzuzahlen.

Der Baesweiler Rat hatte beschlossen, sich ebenfalls zu engagieren. Zwar ist keine unmittelbare Beteiligung an der Stiftung vorgesehen, Baesweiler wird jedoch ab 2010 den laufenden Kapitaldienst von 8437,50 Euro pro Jahr übernehmen für die vorgesehene Summe von 187.500 Euro. Dem Alsdorfer Rat wird die Verwaltung jetzt vorschlagen, dass die Stadt 562.000 Euro in die Stiftung einzahlt. Bürgermeister Helmut Klein signalisierte dem Kreis, dass er mit einem entsprechenden Mehrheitsbeschluss rechnet.

Bürgermeister Werner Breuer, so versichert der Kreis, habe stets erklärt, Rat und Verwaltung seien sich der besonderen Verantwortung für den Erhalt des HGG bewusst. So rechnet Breuer damit, dass der Rat die in Rede stehenden 1,23 Millionen Euro für die Stiftung freigeben wird. Für das Bistum Aachen hatte Generalvikar Manfred von Holtum zugesagt, das HGG langfristig in der bisherigen Weise zu unterstützen. Das finanzielle Engagement (50 Prozent der Eigenleistungen nach Ersatzschulfinanzierungsgesetz) bleibe bestehen, der Betrag von 120.000 Euro pro Jahr ebenfalls. Am heutigen Freitag soll der Vermögensverwaltungsrat des Bistums die Zusage formell absegnen.