Herzogenrath: Herzogenrather Bürgerwiese wird ökologisch aufgewertet

Herzogenrath: Herzogenrather Bürgerwiese wird ökologisch aufgewertet

Einigen ist es sicherlich schon aufgefallen: An den Dreiböcken der Obstbäume auf der Bürgerwiese am Enger Weg in Noppenberg hängen seit einigen Tagen insgesamt 15 Nistkästen. Auf Initiative des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Kreisverband Aachen-Land und mit Unterstützung der Stadt Herzogenrath sind diese vom NABU dort aufgehängt worden.

Die Pflege und Unterhaltung der Kästen wird ebenfalls vom NABU übernommen. Mit der Anlage der Bürgerwiese verfolgt die Stadt Herzogenrath zwei primäre Ziele: Zum einen soll den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, zu besonderen Anlässen wie Geburt, Taufe und Hochzeit einen Baum pflanzen zu können. Zum anderen soll der gefährdete Lebensraumtyp Streuobstwiese wieder belebt werden.

Typisch für die Dörfer im Rheinland war ein intakter Gürtel von alten Obstwiesen. Alte Obstwiesen weisen natürliche Höhlen auf, die unter anderem Feldsperlingen, Gartenrotschwänzen und Meisen eine Wohnung und Nahrung bieten. Leider fallen immer mehr Obstwiesen Bebauungen oder Umnutzungen zum Opfer. Ein weiterer Verlust besteht darin, dass die Obstbäume nicht nachgepflanzt werden.

Deswegen hat es sich die Stadt Herzogenrath schon seit einigen Jahren auf die Fahnen geschrieben, immer wieder neue Streuobstwiesen, zu denen auch die Bürgerwiese zählt, anzulegen, um hier einen Ausgleich zu schaffen. Junge Obstbäume brauchen mindestens 30 Jahre, bis dort natürliche Nistlöcher entstehen. Diesen Zeitraum kann man durch Aufhängen von Nistkästen aus Naturholz, vorzüglich gefertigt von behinderten Menschen, überbrücken.

„Es freut mich“, so sagt Bürgermeister von den Driesch, „dass die Verwaltung auf Initiative eines lokalen Naturschutzverbandes im Sinne der ökologischen Aufwertung und des Artenschutzes konstruktiv und unbürokratisch zusammenarbeiten. Es wäre schön, wenn viele Bürgerinnen und Bürger diesem Beispiel folgen würden, um unter anderem seltenen und bedrohten Vogelarten neue Nistmöglichkeiten und damit eine neue Heimat anzubieten.“

Da die Bäume noch zu klein sind, befestigt man diese Kästen einfach an den Baumschutzpfählen. Durch Anbringen von 15 Nistkästen schafft man ein Angebot, das besonders den Koloniebrüter Feldsperling, aber auch Meisen und Gartenrotschwänze anlocken sollen. Auch zum Schlafen brauchen die Vögel einen gesicherten Platz.

Als Ansprechpartner stehen Marian Zempel, Umweltbeauftragter der Stadt Herzogenrath, Telefon 02406/83-327, und der 2. Vorsitzende des NABU Deutschland Kreisverband Aachen-Land, Karl Gluth, Telefon 02404/25229, zur Verfügung.

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