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„Das Lemming-Projekt“: Wolfgang Kaes erhält die Herzogenrather Handschelle

„Das Lemming-Projekt“ : Wolfgang Kaes erhält die Herzogenrather Handschelle

Bereits zum 16. Mal würdigt der Verein Pro Stadtbücherei einen Krimi-Autoren mit dem Preis Herzogenrather Handschelle. Nächster Preisträger ist Wolfgang Kaes.

Die Jury hat einen neuen Preisträger für die Herzogenrather Handschelle 2021/22 gekürt: Wolfgang Kaes hat mit knappem, aber verdientem Vorsprung vor vier anderen Autoren mit seinem Roman „Das Lemming-Projekt“ den Preis gewonnen. Zum 16. Mal seit 2006 wird dieser als Marke eingetragene Krimipreis des Vereins Pro Stadtbücherei Herzogenrath verliehen.

„Dieser Roman lässt den Leser nachdenklich und mit vielen Fragen zurück und hat wahrlich die Handschelle verdient“, so Ralph Klemp, Vorsitzender des Fördervereins.

Die Handlung spielt in einem kleinen Dorf im heißen Klima Andalusiens – aber auch im World Wide Web, welches ebenfalls vorgibt, ein Dorf zu sein. Hauptperson ist ein junger Mann namens Alejandro Vidal Romero der mit seiner Mutter in dem kleinen, andalusischen Dorf lebt und einen schlecht bezahlten Job bei einer Firma hat, die das Internet von digitalem Giftmüll, Pornographie, Hass und Gewalt reinigen soll. Als eine seiner Arbeitskolleginnen dem psychischen Dauerdruck nicht mehr standhält und Suizid begeht, erkennt Alejandro langsam das böse Spiel derjenigen, die „Das Lemming-Projekt“ inszenieren.

Wolfgang Kaes verknotet nach Meinung der Jury in seinem Roman die Guardia Civil, die katholische Kirche, die Tageszeitung „El País“, Jugendarbeitslosigkeit und das Franco-Regime zu einem spannenden Gesamtpaket. Auf glaubwürdige Art und Weise werden den Lesern Aspekte der spanischen Vergangenheit und Gegenwart vermittelt, die auch in vielen anderen Ländern der Welt in ähnlicher Form täglich geschehen. Wolfgang Kaes gelinge dies, ohne die Moralkeule zu schwingen, begründet die Jury ihre Entscheidung; er lasse dem Leser selbst genug Freiraum zur Bewertung.

Der Autor wurde 1958 in der Eifel geboren. Er studierte Politikwissenschaften und finanzierte sein Studium durch Jobs als Wald- und Hilfsarbeiter, Taxi- und Lkw-Fahrer und schließlich als Polizeireporter. Er schrieb Reportagen für führende deutsche Zeitungen wie den Stern und die Zeit. Zuletzt war er Chefreporter des Bonner Generalanzeigers. Wolfgang Kaes erhielt für seine investigative Tätigkeit als Journalist zahlreiche Preise. Nun erhält er am Freitag, 4. November, 19.30 Uhr, in der Stadtbücherei Herzogenrath, Erkensstraße 2b, für seinen bereits neunten Roman „Das Lemming-Projekt“ die „Herzogenrather Handschelle 2021/22“. Dann wird Wolfgang Kaes zusammen mit seiner Frau Helga aus dem prämierten „Lemming-Projekt“ lesen. Dank der Unterstützung der Sparkasse Aachen ist der Preis mit 1000 Euro dotiert.

(red)