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Künstler für Malabon: Werke von Armin Mueller-Stahl werden auf Burg Rode gezeigt

Künstler für Malabon : Werke von Armin Mueller-Stahl werden auf Burg Rode gezeigt

Eine Ausstellung mit Werken von Armin Mueller-Stahl ist im November auf Burg Rode zu sehen. Neben Originalen auf Leinwand und Papier werden grafische Arbeiten gezeigt.

Nach fast zwei Jahren ohne eigene Veranstaltungen freuen sich die Organisatoren der Projektgruppe Malabon und Dritte Welt in Zusammenarbeit mit der Galerie de Bernardi und Burg Rode eine außergewöhnliche Ausstellung zugunsten ihrer Projekte in den Slumgebieten von Malabon präsentieren zu können. „Lange mussten wir zittern, ob die Ausstellung wegen des Sanierungsbedarfs der Burg überhaupt stattfinden kann“, so Herbert Schmerz, der Vorsitzende der Projektgruppe. „Aber jetzt ist alles in trockenen Tüchern, und wir können beide „Wohnzimmer“ für 85 Arbeiten nutzen.“

Armin Mueller-Stahl wird 1930 als Sohn eines Bankkaufmanns im ostpreußischen Tilsit geboren. Ihm werden gleich mehrere Begabungen in die Wiege gelegt. Zunächst aber konzentrierte er sich auf eine Ausbildung als Musiker. Der examinierte Konzertgeiger macht schließlich Karriere als Schauspieler. Über die Theaterbühnen der ehemaligen DDR geht es steil bergauf bis auf die große Filmleinwand und den roten Teppich von Hollywood.

Ist Mueller-Stahl ein Schauspieler, der jetzt malt oder ein Maler, der mal geschauspielert hat? Die Antwort: weder noch. Auch, wenn Armin Mueller-Stahl den meisten Menschen als Leinwandlegende bekannt ist – Schreiben, Musik und Schauspielerei gehören für den fast 91-Jährigen zusammen: „Ich bin aufgewachsen in einer Familie, die gemalt hat. Meine Tante hat mit Käthe Kollwitz zusammenarbeitet, die hat mir beigebracht, wie man Hände malt. Meine Großmutter war eine schnelle Zeichnerin, die hatte mir immer wieder gesagt: Begreife eine Figur ganz schnell, sonst bist du noch mit dem Hut beschäftigt, wenn die Figur schon um die Ecke ist.“

Fast wie nebenbei betätigt sich Armin Mueller-Stahl auch als Schriftsteller, Drehbuchautor und als Maler und Zeichner. Anfang des Jahrtausends entstehen die ersten Lithografien. Die erste Ausstellung seiner Gemälde und Zeichnungen fand aber erst 2001 im Filmmuseum Potsdam statt. Danach folgen weitere Ausstellungen in Deutschland, aber auch in Rom und Los Angeles.

Seit knapp fünfzehn Jahren ist für ihn die Druckgraphik ein wichtiges künstlerisches Ausdrucksmittel. Die originäre Kunst des Armin Mueller-Stahl wird von Kritikern, Kunstkennern und Käufern hochgeschätzt. Ein bedeutender Teil seiner Motive stellt Portraits von bekannten Persönlichkeiten oder Charaktere aus seinen Filmen dar.

Seine Grafiken stehen meist eng mit seiner Arbeit am Filmset oder der aktuellen Auseinandersetzung mit literarischen Vorlagen in Verbindung. Ideen für neue Bildsujets bezieht der Künstler vor allem aus der Musik, der Malerei und der Schauspielerei oder aus eigenen Erinnerungen und Fantasien.

Sein umfangreiches Werk ist in vielen Details verbunden mit Momenten, Gedanken und Erlebnissen seiner Biografie. Neben Originalen auf Leinwand und Papier werden grafische Arbeiten gezeigt, die sich mit der Themen- und Gedankenwelt des Künstlers auseinandersetzen.

Leider kann Armin Mueller-Stahl nicht an der Vernissage teilnehmen. Er hat der Gruppe aber eine für die Projektgruppe gewidmete Graphik geschickt, die nach der Vernissage versteigert wird.

Schirmherr der Ausstellung ist Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian, der auch die Versteigerung vornimmt.

Die Vernissage findet am Sonntag, 7. November, um 11 Uhr statt. Die Ausstellung kann dann zu den folgenden Öffnungszeiten besichtigt werden: sonntags: 10 bis 18 Uhr, samstags: 10 bis 18 Uhr, werktags: 17.30 bis 20 Uhr. Informationen zur Arbeit der Projektgruppe unter https://projektgruppe-malabon.de. Spendenkonto: Raiffeisenbank e.g. HS, IBAN:DE21 3706 9412 1701 3290 11. Wichtig: Zugang zur Ausstellung nur über den Burghof bzw. die Terrasse der Burg. Es gilt die 3G-Regel.