VdK und AWO Merkstein entwickeln neuen digitalen Soziallotsen

Digitaler Soziallotse : Auf einen Blick erfahren, wo man Hilfe findet

VdK und AWO Merkstein haben wichtige Informationen auf einer informativen und dynamischen Homepage gebündelt. Der digitale Soziallotse geht am 21. September an den Start.

Wilfried Nießen ist ein Mann, der sich gerne einsetzt, um anderen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Seit drei Jahren ist der heute 61-Jährige, im Hauptberuf Key-Account-Manager, Vorsitzender des VdK Ortsverbands Merkstein. Ein Ehrenamt, das mit einer gehörigen Portion Arbeit verbunden ist. Eine seiner Erfahrungen: Viele Menschen wenden sich auf der Suche nach den passenden Ansprechpartnern zunächst mal an den VdK.

Nießen möchte das Procedere für Hilfesuchende vereinfachen und hat dazu die Idee eines digitalen „Soziallotsen“ entwickelt, einer Internetseite, auf der unter anderem alle möglichen Kontakte zu hilfreichen Organisationen gebündelt aufgerufen werden können.

Bei seinen Vorstandskollegen ist er damit auf offene Ohren gestoßen, ebenso bei Ursula Kreutz-Kullmann vom AWO-Quartiersbüro „Mitten in Merkstein“. Da war eine Kooperation auch mit der örtlichen AWO schnell unter Dach und Fach, was Nießen besonders freut, „da die AWO ja sehr breit aufgestellt ist“.

Ein Fallbeispiel: „Ein folgenschwerer Unfall in einer Familie – und plötzlich ist alles anders, ist ein Familienmitglied ein Pflegefall. Das belastet alle Beteiligten über den Alltag hinaus“, sagt Nießen.

Das neue Internetportal soll am Tag des vierten „Marktes der Möglichkeiten“ (siehe auch Artikel unten) auf dem August-Schmidt-Platz in Merkstein am Sonntag, 21. September, aufgeschaltet werden. Betroffene können sich dann mittels Suchtool oder nach Themen sortiertem Aufklappmenü einen ersten Überblick über alle Hilfemöglichkeiten verschaffen, die nicht nur in Merkstein, sondern auch in der Städteregion zur Verfügung stehen. Sie reichen von Infos zu Betreuung und Pflege bis hin zur Sozial- und Rechtsberatung.

Insgesamt rund 80 Adressen und Kontakte zu Beratungsstellen, gemeinnützigen Organisationen und Behörden sind unter den entsprechenden Stichwörtern aufgelistet. Die Themen sind weitreichend und so vielfältig wie eben mögliche Problemlagen von Menschen sein können: Demenz ist selbstverständlich genauso aufgeführt wie Möglichkeiten zur Wohnraumanpassung, aber auch häusliche Gewalt und Kindesmisshandlung. Verlinkungen führen Ratsuchende dann zwecks weitergehender Informationen und Kontaktaufnahme auf die passenden Homepages.

Aufgeführt sind auch alle gängigen Notfallnummern, vom Rettungsdienst über Apotheken-Dienste, Tierarzt, Giftnotruf bis zum Frauenhaus. Und es gibt eine Auflistung der Ärzte in Herzogenrath.

Angereichert wird der digitale Soziallotse, der keineswegs eine Konkurrenz zu anderen Infoplattformen sein, sondern vielmehr der gegenseitigen Unterstützung dienen soll, unter anderem durch „VdK-TV“. Das ist eine Reihe von Videos mit Infos zu diversen Standardthemen, etwa Rentenansprüchen für Witwen oder bei Erwerbsminderung, mögliche Steuererleichterungen durch zu pflegende Angehörige und mehr. Zu finden sind dabei durchaus auch politisch angehauchte Forderungen in Sachen sozialer Absicherung.

„Geplant ist auch die Möglichkeit, eine Checkliste zu erstellen, dazu weitere digitale Hilfsmittel“, führt Nießen aus. Zudem die Kontaktaufnahme über soziale Netzwerke. „Das Ganze soll eine wachsende Plattform werden“, sagt Nießen. So sollen hier künftig auch die örtlichen Vereine und Verbände ihre Termine und Sprechstunden veröffentlichen können. „Das hebt die Akzeptanz der Seite“, sagt Nießen.

Viel Know-how und ehrenamtliche Arbeit haben engagierte Mitglieder der Ortsverbände von VdK und AWO jetzt schon in den Internetauftritt gesteckt. Beträchtlicher Aufwand ist für solch eine dynamische Seite aber auch weiterhin nötig. So sind qualifizierte Mitarbeiter in der entsprechenden Arbeitsgruppe natürlich immer willkommen, wie Nießen betont. Wer Interesse hat, kann sich an den örtlichen VdK-Chef wenden: 0172/2028032.

Ursula Kreutz-Kullmann goutiert das neue Angebot besonders, unterstützt es doch ihre Bemühungen als Quartiersmanagerin, Menschen und Hilfsmöglichkeiten sinnvoll zu vernetzen.

Der neue digitale Soziallotse ist ab 21. September, 14 Uhr, online zu erreichen: www.soziallotse-merkstein.de

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