Überfall auf Sonnenstudio: 58 Euro aus der Kasse erbeutet

Überfall auf Sonnenstudio : 58 Euro aus der Kasse erbeutet

Vier junge Männer mussten sich am Dienstag vor Gericht verantworten. Im vergangenen Jahr hatten sie ein Herzogenrather Sonnenstudio ausgeraubt.

Die vier jungen Männer aus Herzogenrath, Geilenkirchen und Übach-Palenberg waren seit Tagen auf Koks und fuhren in einem Pkw beinahe täglich durch das ländliche Gebiet rund um Herzogenrath und Merkstein, Ausflüge zum Drogenkauf ins nahe niederländische Eygelshoven eingeschlossen. „Wir wollten als Clique cool sein“, hieß es am DIenstag von einem der Angeklagten vor Richter Christian Bülte, dem Vorsitzenden der 4. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht.

Hier müssen sich die vier jungen Männer im Alter zwischen 19 und 22 Jahren seit Dienstag wegen eines Raubüberfalls auf ein Herzogenrather Sonnenstudio in der Kleikstraße verantworten, wo zwei von ihnen gegen 20 Uhr am 28. Mai vergangenen Jahres mit vorgehaltener Pistole auftauchten und 58 Euro aus der Tageskasse raubten. Die Beute wurde jenseits der Grenze umgehend in Joints, O-Saft und Kartoffelchips umgesetzt, wie einer der beiden Haupttäter, der 20-jährige Michael M., in seinem Geständnis vor der Kammer zugab.

Auch der zweite im Bunde, Devin Y., bestätigte über seinen Verteidiger Osama Momen, dass man mit der Absicht in das Sonnenstudio gegangen sei, die Kasse und auch den Tresor leerzuräumen. Doch die Wirklichkeit sah anders aus, wie Michael M. gestand. Er habe mit seiner Schreckschusspistole vor der Kassiererin gestanden, die das Ganze zunächst für einen Scherz gehalten habe. Sein Freund und Mittäter Devin Y. habe die Beute eingefordert, was erst gelang, als er mit seiner nicht geladenen Waffe mehrmals nachdrücklich auf den Tresen gehauen habe. Vor dem Eindringen in das Studio hätten sich beide alte T-Shirts über Kopf und Gesicht gezogen, um nicht erkannt zu werden.

Richter Christian Bülte wollte den geständigen Haupttätern zunächst nicht abnehmen, dass zwei Mitangeklagte im Vorfeld nichts von dem Überfall gewusst hätten. Doch eine Reihe von Indizien lassen darauf schließen, dass dies in der Tat so war. So versicherten die beiden Mitangeklagten nachdrücklich, dass sie völlig perplex gewesen seien, als die beiden Kumpel aus dem Studio angerannt kamen und wieder ins Auto stiegen. Da hätten sie die Kassenschublade mit Kleingeld in der Hand gehalten, alles sei in den Fußraum gefallen. Die Mitangeklagten versicherten der Kammer, dass sie nichts von den Überfallplänen gewusst hätten. So wird das Gericht ihnen am 18. April nochmals gründlich auf den Zahn fühlen müssen.

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