Tag des offenen Denkmals im Grube-Adolf-Park

Tag des offenen Denkmals : Historische Dampffördermaschine läuft

Der bundesweite Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Moderne: Umbrüche in Kunst und Kultur“. Der Verein Bergbaudenkmal Grube Adolf ist dabei und öffnet seine Tore ab 11 Uhr in Merkstein im Grube-Adolf- Park.

Jeweils um 11, 13, 15 und 17 Uhr wird die historische Dampffördermaschine getrieben. Maschinist Willi Klassen gibt Erläuterungen zur Technik und wird eine Seilfahrt von Übertage bis zur 610 Meter Sohle simulieren. Wer mehr Bedarf an Bergbauwissen einfordert, kann anschließend die Kellerführung mitmachen.

Ein Blick ins Innere der Dampfmaschine (Kolbenstange, Kolben und Ventile) wird durch die Aufarbeitung der vorhandenen Ersatzteile der Dampfmaschine durch Josef Dovern ermöglicht. Besonders beeindruckend bei der Kellerführung ist der Standort direkt unterhalb der Treibscheibe, die immerhin einen Durchmesser von 5,5 Metern aufweist und 40 Tonnen auf die Waage bringt.

Sommerfeststimmung

In der Grubenlampen-Ausstellung wird fachmännisch beraten und Auskunft durch Hartwig Graf von Hoym erteilt. Wer noch ein altes „Erbstück“ an Grubenlicht zu Hause, hat kann das gerne mitbringen und erklären lassen, um welche Bauart es sich handelt und wie alt es ist.

Ein Infostand mit Literatur, Bildern und Artikeln rund um den Bergbau wird von Heimatarchivar Alfred Reimund betreut. Als Sonderposten gibt es die letzte gedruckte Ausgabe der „Steinkohle“. Das Magazin der RAG-Mitarbeiter wird mit Ende der Steinkohlengewinnung in der BRD als Druckausgabe eingestellt: „Das ist der Schluss. Punkt“.

Im Außenbereich erwartet die Besucher eine Cafeteria, Frisches vom Grill, Kinderanimation, und auch sonst geht es auf dem Bergbau Gelände der Grube Adolf mit Sommerfeststimmung weiter. Um 15 Uhr spielt der Euregio-Express auf und verbreitet Biergartenlaune. Ab 16 Uhr unterhält Alex Seebald, aus Übach-Palenberg die Gäste.

Das Fördermaschinenhaus des Wetterschachtes (Schacht 2) mit der historischen Dampffördermaschine, das angrenzende Lüfter-Motorengebäude, der Grubenlüfter und die Anlagen des Reservelüfters sind die letzten verbliebenen Gebäude der Zeche Adolf. Sie wurden 1922/23 nach einem Entwurf der Kölner Architekten Erberich und Scheeben erbaut und im Jahre 1933 um eine Achse verlängert, indem ein Radiallüfter aufgestellt wurde. 1939 erfolgte eine Aufstockung der länglichen Backsteinhalle im Mittelbereich, mit Giebel und First rechtwinklig zum Ursprungsbau. In die so entstandene Maschinenhalle wurde die Dampffördermaschine eingestellt. 1954/55 wurde nördlich des Gebäudes ein weiterer Axiallüfter hinzugefügt.

(red)
Mehr von Aachener Zeitung