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Zeichen gegen Antisemitismus: Stadt Herzogenrath benennt Straße nach Carolina Goldsteen

Zeichen gegen Antisemitismus : Stadt Herzogenrath benennt Straße nach Carolina Goldsteen

Carolina Goldsteen war eine Bürgerin Kohlscheids. Weil sie jüdischen Glaubens war, wurde sie deportiert und ermordet. Jetzt erinnert eine Straße an sie.

Die Stadt Herzogenrath setzt ein Zeichen gegen Antisemitismus: So heißt die Straße zwischen Oststraße und Puetgasse in Kohlscheid künftig Carolina-Goldsteen-Straße. Benannt ist sie nach der jüdischen Mitbürgerin Carolina Goldsteen aus Kohlscheid, die von den Nationalsozialisten am 22. Oktober 1943 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

„Carolina Goldsteen steht stellvertretend für die hiesigen Opfer des Nationalsozialismus“, sagt Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian während der Einweihung. „Mit ihrer Straße mahnen wir, dass sich dieses schreckliche Kapitel in unserer Geschichte niemals wiederholen darf. Diskriminierung, Hass und Gewalt haben in Herzogenrath keinen Platz.“

Carolina Goldsteen lebte zusammen mit ihrem Mann George und ihren drei Söhnen Alfred, Carl und Frederik in der Südstraße 46 in Kohlscheid, das Ehepaar führte dort ein Hutgeschäft. Die Benennung der Straße nach Carolina Goldsteen geht zurück auf Recherchen des Arbeitskreises „Wege gegen das Vergessen“ und einen daraus folgenden Ratsbeschluss vom 29. Juni 2021. Bei einem kurzen Zusammentreffen interessierter Arbeitskreis- und Ratsmitglieder wurde das Straßenschild vom Technischen Betriebsamt der Stadt Herzogenrath angebracht. An ihrem ehemaligen Wohnort erinnert zudem ein Stolperstein an Carolina Goldsteen und an alle weiteren Opfer der NS-Zeit.

(red)