Sperrung wegen Straßenabsackung in Herzogenrath

Notmaßnahme in Herzogenrath : Straßensenkung führt zu Sperrung und Umleitung

Deutlich gesetzt hatte sich die Fahrbahn an dieser Stelle direkt hinter der Kurve am Übergang der Bardenberger in die Erkensstraße schon seit längerem. Was Auto- und Kradfahrer mehr oder minder deutlich zu spüren bekamen.

„Deswegen hatten wir den Punkt auch schon eine Weile im Blick“, sagt Manfred Ackermann von der Straßenmeisterei Aachen des Landesbetriebs Straßen.NRW.

Sobald die Großbaustelle wenige Hundert Meter weiter in Richtung Würselen, der rund ein Jahr in Anspruch nehmende Um- und Ausbau der Landesstraße 223, in einigen Monaten endgültig unter Dach und Fach ist, so die Planung, dann wollte man sich dieser Fahrbahnunebenheit auf der Erkensstraße annehmen. Erst dann, um die derzeitigen umleitungsbedingten Staus nicht noch durch eine weitere Baustelle zu verlängern.

Rund 20 Zentimeter tief

Zwischenzeitlich aber hat sich besagte Senkung im Dreieck zwischen Pfarrheim St. Gertrud, Seniorenzentrum Schütz von Rode und Tankstelle zu einer rund 20 Zentimeter tiefen Delle entwickelt, und Ackermann will kein weiteres Risiko eingehen: „Man weiß schließlich nicht, wie es darunter aussieht“, erläutert er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Unzählige Schwerlaster rollen tagtäglich über die Fahrbahn, aus Richtung Aachen/Würselen in Richtung Merkstein/Geilenkirchen. Sollten sich wirklich Hohlräume unter dem Teer befinden, könnten die großen Erschütterungen unter Umständen zum Bruch führen.

Auch wenn die derzeitige spitze Vertiefung in der weniger als einen Quadratmeter messenden Bodendelle Fußgängern auf dem Bürgersteig auf den ersten Blick gar nicht auffällt – markiert wird sie derzeit durch einen aufgesprühten neongelben Punk: Für den laufenden Verkehr, vor allem Motorradfahrer, hätte sie durchaus eine Gefahr darstellen können.

Im Sinne einer „Notmaßnahme“ ist es nun also doch zu der Sperrung gekommen, die man eigentlich noch umgehen wollte. Der Verkehr auf der stark frequentierten Kreuzung wird derzeit entsprechend geleitet: Wer aus der Fahrtrichtung Aachen/Kohlscheid kommt und Richtung Merkstein/Geilenkirchen unterwegs ist, wird über den neuen Kreisverkehr am Schulzentrum Bardenberger Straße geleitet. Die Fahrtrichtung Dammstraße/Erkensstraße nach Würselen muss gesperrt werden und wird über die bereits vorhandene Umleitung zum Neubau der L 223/Bardenberger Straße geführt. Sowohl die Ampel am Bockreiter als auch an der Grünstraße werden zu diesem Zweck abgeschaltet.

Fußgänger aus der Innenstadt sollen die Ampelanlage an der Afdener Straße vor der Kirche St. Gertrud nutzen. Die Buslinie 21 in Richtung Bardenberg/Würselen wird vom Rendezvous-Punkt Herzogenrath-Bahnhof über Bahnhofstraße, Uferstraße, Albert-Steiner-Straße umgeleitet.

Aufschluss über die Ursache der Senkung und mögliche Gegenmaßnahmen soll indes eine Bodenson­dierung am heutigen Mittwoch erbringen. „Es war gar nicht so einfach, in der Kürze der Zeit ein Tiefbauunternehmen zu finden, das so schnell reagieren kann“, sagt Ackermann. Was schließlich doch gelungen ist, so dass am heutigen Morgen die Fahrbahn geöffnet werden und in die Tiefe geblickt kann.

Hoffnung auf schnelle Lösung

„Offenbar“, so erste vorsichtige Vermutungen von Helmut Schmitz, zurzeit Urlaubsvertretung von Projektleiter Arnd Meyer bei Straßen.NRW, „scheint die Absackung nach unten und nicht etwa seitwärts wegzugehen.“ Was die Vermutung zulasse, dass etwaige Schäden am Kanalsystem ursächlich sein könnten. Genauso gut könne es sich aber auch um andere Gründe handeln, vielleicht eine Bergsenkung?

Schmitz geht hoffnungsfroh davon aus, dass sich die Ursache schnell ermitteln und ebenso beheben lässt. Und dass schon zum kommenden Wochenende hin die Sperrungen wieder aufgehoben werden können.

In Anbetracht der zahlreichen Baustellen in der Städteregion wäre dies sehr im Sinne der Verkehrsteilnehmer.

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