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Konzept in Herzogenrath: Qualitätsstandards für OGS-Betreuung sollen bis 2023 erarbeitet werden

Konzept in Herzogenrath : Qualitätsstandards für OGS-Betreuung sollen bis 2023 erarbeitet werden

Die OGS-Betreuung ist ein Bildungsthema, bei dem sich die Kommunen vom Land alleingelassen fühlen. In Herzogenrath will man nicht länger auf irgendwelche Vorgaben warten.

Man kann die Uhr danach stellen, wann in einem Bildungsausschuss auf die Landesregierung geschimpft wird. Ganz sicher wird das der Fall sein, wenn sich ein Tagesordnungspunkt dem Offenen Ganztag widmet. Dann ist das Parteibuch auch egal, die Kritik ist allenthalben dieselbe: Die Kommunen müssen sich aus eigener Kraft darauf vorbereiten, wenn ab August 2026 für alle ein OGS-Platz-Rechtsanspruch gilt. Die Stadt Herzogenrath will aus eigenem Antrieb und soll auf Anregung der Politik so früh es geht einheitliche Mindeststandards für die künftige Ganztagsbetreuung festlegen.

Was Schulen und Kitas angeht, wissen die Kommunen, was zu tun ist. Ein Rahmen für die OGS zum Beispiel mit Blick auf die Qualifikationen für Personal und Leitungen? Fehlt. Deswegen hat die UBL-Fraktion die „Erstellung eines Rahmenkonzeptes Qualitätsentwicklung Offene Ganztagsschule“ beantragt. Der Bildungsausschuss hat das auch einstimmig beschlossen. UBL-Sprecher Bruno Barth betonte, der Antrag sei unterstützender Natur, kein Zeichen der Unzufriedenheit mit der Verwaltungsarbeit. Und Druck wolle man schon gar nicht erzeugen, denn „dann kommt nicht das raus, was man sich wünscht“.

Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) sagte gar, der Antrag sei vielleicht nicht nötig, da sich die Fachleute im Rathaus bereits mit den OGS-Herausforderungen auseinandersetzten. „Deswegen muss ich die Verwaltung auch loben“, betonte Fleckenstein. „Es ist dennoch gut, dass wir einen Rahmen bekommen, weil es keinen Sinn macht, auf Vorgaben des Landes zu warten. Das wird nicht besser.“

Der Ausschuss einigte sich darauf, der Verwaltung für ein Rahmenkonzept bis Ende 2023 Zeit zu geben. Die Stadt Eschweiler habe solch ein Konzept schon, fügte Barth an. Daraus sollte das heimische Fachamt zwar nicht alles übernehmen, aber ein Austausch zwischen den Verwaltungen sei sinnvoll. Der Erste Beigeordnete Hubert Philippengracht ließ den Ausschuss wissen, dass die Stadt Eschweiler für besagtes Konzept drei Jahre gebraucht hätte – weswegen Druck der absolut „falsche Berater“ sei.