Merkstein: Gemeinsames Sportzentrum und Vereinsfusion im Visier

Fußballvereine in Merkstein : Gemeinsames Sportzentrum und Fusion im Blick

Zumindest drei Sportvereine in Merkstein sind einer Fusion in absehbarer Zeit gegenüber nicht abgeneigt. Die Überlegungen werden jetzt von einem politischen Antrag der SPD-CDU-Kooperation Antrag flankiert.

Um vereinsstrategischen Überlegungen in Merkstein „den notwendigen kommunalpolitisch Nachdruck zu verleihen“, hat die SPD-CDU-Kooperation (Groko) jetzt den Gedanken an eine gemeinsame Sportanlage aufgegriffen.

Auf Basis der Bereitschaft dreier Merksteiner Sportvereine, noch mehr als bisher schon zusammenarbeiten zu wollen, gekoppelt mit Erkenntnissen des Sportstättenentwicklungsplans (SEP), der eine „Erhöhung des Nutzungsrads einzelner Sportstätten“ nahelegt. Als Ergebnis der Beschäftigung mit diesen beiden Faktoren halten die beiden Fraktionschefs Dieter Gronowski (CDU) und Gerhard Neitzke (SPD) fest, „dass man offensichtlich dazu bereit ist, sich in naher Zukunft im Rahmen einer intensiveren Kooperation zu einem gemeinsamen Verein zusammenzuschließen“. Und da sei es „sicherlich eine sinnvolle Notwendigkeit“, eine adäquate Sportstätte zu errichten.

Aus Sicht der Vereinsvertreter böte sich dazu ein Areal gegenüber dem Gewerbegebiet Nordsternpark an, das derzeit landwirtschaftlich genutzt wird. Die räumliche Nähe zur Europaschule komme zupass und könnte gar ausschlaggebend sein, um eventuelle Fördertöpfe des Landes anzuzapfen.

So möge die Verwaltung entsprechende Vorschläge erarbeiten und dem Fachausschuss vorstellen. Unter Einbeziehung der betroffenen Vereine schwebt der Groko in Folge eine Machbarkeitsstudie vor, so der Beschlussvorschlag für den Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur (BSK) weiter. Spätestens in der ersten Sitzung des BSK im neuen Jahr möchte man über den Sachstand informiert werden.

Ein Vorstoß, der vom Stadtsportverband (SSV) begrüßt wird. „Vor allem, weil SVS und Concordia Merkstein sowie Union Ritzerfeld auf dem Jugendsektor ja schon zusammenarbeiten“, wie Ludwig Bergstein, stellvertretender Vorsitzender des SSV, im Gespräch mit unserer Zeitung darlegt. Zu Workshops in allen drei Stadtteilen hatte der SSV seinerzeit, im Januar 2017, eingeladen, nachdem der SEP vorgestellt worden war. Das Ziel: Machbares auszuloten.

Und um in Merkstein zu sondieren, ob die jugendsportliche Kooperation nicht auch auf den Seniorensektor ausdehnbar wäre. Eine Idee, die auf fruchtbaren Boden fiel, einzig vom vierten Merksteiner Fußballverein, Emir Sultan Spor, fehlt bislang das Feedback. Die Bedingung der Vereine: ausreichend Spielkapazität, der ein Kunstrasen Vortrieb leisten würde. Wünschenswert, mit Blick auf die Europaschule und der beim SVS trainierenden LG Euregio Merkstein, sei zudem eine Laufbahn.

Aktuell sei die Merksteiner CDU von sich aus aktiv geworden und habe die SPD und den SSV mit ins Boot geholt, berichtet SSV-Geschäftsführer Manfred Borgs zu den jüngsten Entwicklungen. Aus einem Sondierungsgespräch aller Beteiligten mit der Verwaltungsspitze vor einigen Wochen sei dann offenbar der vorliegende politische Antrag hervorgegangen. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass die im Moment drei Vereine eine Zukunft in der Zusammenarbeit sehen“, sagen Borgs und Bergstein. Und äußern zwei Anliegen: zum einen, dass die Vereine weiter in die Planungen eingebunden werden. Und zum anderen: „In unser aller Interesse ist es, dass auch Emir Sultan Spor dabei ist. Das wäre der Integration sehr förderlich.“

Bei der Verwaltung stoßen Fusionspläne naturgemäß auf fruchtbaren Boden. Als gemeinsame Sportstätte kann man sich im Rathaus indes auch das Areal an der Waidmühl vorstellen, wie der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda auf Nachfrage bestätigt: So sollen nun beide Standorte gegenübergestellt und bewertet werden, ein Zeitfenster gebe es noch nicht.

Die nächste Sitzung des BSK ist am Dienstag, 19. November, 18 Uhr, im Rathaus.

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