Kita der Elterninitiative K.I.D.S.: Rückkehr dahin, wo alles begann

Kita der Elterninitiative K.I.D.S. : Rückkehr dahin, wo alles einmal begann

Die Kita der Elterninitiative K.I.D.S. ist in das frühere Gemeindehaus der Lydia-Gemeinde an der Geilenkirchener Straße gezogen. Ein Anbau soll noch folgen.

60 muntere Kinderstimmen erfüllen das ganze Gebäude – wo früher das Presbyterium tagte, haben heute aufgeweckte Zwei- bis Sechsjährige das Sagen: Der Umbau des Gemeindehauses der fusionierten Lydia-Gemeinde an der Geilenkirchener Straße ist fertig, die Kita der Elterninitiative K.I.D.S. ist eingezogen. Das übrige Gemeindeleben indes hat im Juli bereits Raum genommen im ebenfalls umgebauten ehemaligen Pfarrhaus an der dahinter liegenden Saarstraße.

Sinkende Mitgliederzahlen – das ist in Herzogenrath nicht anders als andernorts – hatten die Verantwortlichen der Kirchengemeinde zur Neuorganisation der Immobilien  veranlasst. Länger hatte man über die Umnutzung des Gebäudebestands nachgedacht, bis sich schließlich der Kontakt zu K.I.D.S. ergab. Denn für die Elterninitative, die ebenfalls auf Wirtschaftlichkeit achten muss, waren die Räume an der Afdener Straße zu klein geworden, zum einen, weil im Zuge der Inklusion zusätzlicher Raum benötigt wurde, und zum anderen, weil man eine dritte Gruppe einrichten wollte. Das Haus derart mit Leben zu füllen, fand schnell Anklang. Dass Kinder in der Stadtmitte einen Raum haben und die Gemeinde Unterstützerin der gesellschaftlichen Aufgabe Kindergarten sein kann, das erfüllt besonders Pfarrer Joachim Wehrenbrecht mit Freude.

Gut sechs Monate haben die Bauarbeiten gedauert, wie Architekt Bernd Bolten und Baukirchmeisterin Dr. Britta Rosen darlegen. Unter anderem wurden neue Fenster mit Dreifachverglasung sowie eine neue Heizungsanlage mit Brennwerttechnik eingebaut. Und neben den Gruppenräumen eine Küche eingerichtet, in der drei Mitarbeiterinnen an diesem Freitag gerade mit der Zubereitung von Fischstäbchen mit Kartoffeln und Spinat sowie Naturjoghurt mit Waldbeeren beschäftigt sind. Denn bei K.I.D.S. wird traditionell täglich frisch gekocht.

Ein Treppenhaus wurde vor das bisherige Gebäude gesetzt, um das bisher nur von außen zugängliche Souterrain anzuschließen. Dort werden in absehbarer Zeit der Bewegungs- und ein Besprechungsraum sowie das Lager etabliert. Zurzeit spielen auf dem neu verlegten leuchtend blauen Bodenbelag aber noch die Kids aus der neuen „Grashüpfer“-Gruppe für Drei- bis Sechsjährige. Übergangsweise. Denn für die auch mit Blick auf den rodastädtischen Kitaplatz-Bedarf dringend benötigte dritte Gruppe soll im rückwärtigen Gartenbereich ein Anbau errichtet werden. „Ein Schlüsselgewerk fehlt noch“, sagt Bolten. Sobald dieses vergeben sei, könne mit dem Bau der über einen Gang angebundenen insgesamt rund 120 Quadratmeter großen Erweiterung begonnen werden. Die nötigen Sanitäranlagen sind bereits im Altbau eingerichtet worden.

Die „Sandflöhe“ und die „Holzwürmer“, beides Gruppen für Zwei- bis Sechsjährige, sind derweil schon in ihren neuen Stammräumen untergebracht.

Raumaufteilung und -ausstattung wurden vom K.I.D.S.-Vorstand maßgeblich mit geplant, erläutert Sonja Stiebert, die schon seit 1995 dabei und seit 2011 Leiterin der Kita ist. Mit rund 300.000 Euro wird der von der Gemeinde getragene Umbau des Gemeindehauses zu Buche schlagen, wenn alle Restarbeiten erledigt sind. Rund 400.000 bis 450.000 Euro – abhängig von der weiteren Preisentwicklung auf dem Handwerkersektor – wird der Anbau voraussichtlich kosten, finanziert durch Landesfördermittel, die seitens der Stadt beantragt werden, wie Bolten erklärt. Verantwortliche Bauherrin indes ist die Elterninitiative. Mit vorgefertigten Elementen in Holztafelbauweise soll das neue Refugium der „Grashüpfer“ entstehen und spätestens zum kommenden Kita-Jahr, also im August 2020, fertig sein.

Womit K.I.D.S. dann an den Ort zurückgekehrt ist, an dem seine Wurzeln sind, erzählt Stiebert und blättert in archivierten Zeitungsausschnitten. Mit einer Krabbelgruppe im Gemeindehaus hatte im Oktober 1991 alles begonnen. Engagierte Eltern gründeten die „Kinderinitiative in der Stadt Herzogenrath e.V.“ (K.I.D.S.), die am 16. Mai 1994 an der Afdener Straße eine Tagesstätte eröffnete. Mit viel Eigeninitiative war dazu ein Wohnhaus mit angrenzender Halle umgebaut worden. Nach 25 Jahren erfolgte nun die „Rückkehr“.

Zum Tag der offenen Tür lädt K.I.D.S. am Samstag, 28. September, 13 bis 16 Uhr, in die umgestalteten Räume an der Geilenkirchener Straße 39 ein.