Herzogenraths Grüne möchten aus Bushaltestellen "Bee-Stops" machen

Grüne in Herzogenrath : Aus „Bus-Stops“ sollen „Bee-Stops“ werden

Die Grünen in Herzogenrath wollen Beispielen aus Utrecht und Leipzig folgen und Wartehäuschen begrünen oder mit Solardächern ausstatten. Das soll auch den Bienen weiteren Lebensraum bieten.

In der niederländischen Stadt Utrecht ist die Idee schon eindrucksvoll umgesetzt worden: Ganze 316 Wartehäuschen an Bushaltestellen sind mit hübschen Gründächern ausgestattet worden, als Regenwasserspeicher, Feinstaubfilter und überdies blühende Inseln für Bienen und Co. In zahlreichen deutschen Städten, darunter Aachen, gibt es mittlerweile Anträge, ebenfalls solche „Bee-Stops“ einzurichten (bee, englisch = Biene).

„Kommunen zuständig“

Wilfried Hammers aus Herzogenrath, Vorsitzender des Fördervereins für Arbeit, Umwelt und Kultur in der Euregio, war mit dem Gedanken, derartig „blühende Haltestellen“ einzurichten, jüngst direkt an die Aseag herangetreten. Der freundliche Verweis des Unternehmens auf die Zuständigkeit der Kommunen, was die Ausstattung von Bushaltestellen angeht, war die Antwort gewesen, wie er unserer Zeitung berichtet.

Anlässlich des „#DontStepOnaBeeDay“ (Trete-nicht-auf-eine-Biene-Tag) am 10. Juli hatte der Aachener Verkehrsverbund (AVV) auf seiner Homepage unter anderem aber schon einmal festgestellt: „Wir finden die Idee aus Utrecht toll.“

Nun liegt auch ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen in Herzogenrath vor, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, ob Möglichkeiten zur entsprechenden Umgestaltung der Bus-Wartehäuschen bestehen, beziehungsweise ob neu zu errichtende Unterstände mit Dachbegrünung oder Solardächern ausgestattet werden können.

An vielen Orten in der Stadt sei zu beobachten, dass Bürger Rückzugsorte für Insekten schaffen, so die Begründung. Die über das ganze Stadtgebiet verteilten Wartehäuschen könnten mittels Begrünung als „Bee-Stop“ einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und zur Attraktivitätssteigerung der Stadt gleichermaßen leisten. Die begrünten Dächer seien mit Sedum-Gewächsen (Mauerpfeffer/Fetthennen) bepflanzt, die „äußerst unkompliziert in der Pflege“ seien und daher häufig für Dachbegrünungen eingesetzt würden. Die Stadt Utrecht habe dies bereits „sehr erfolgreich und medienwirksam“ umgesetzt, was auch international für Anerkennung gesorgt habe. In Deutschland folge Leipzig diesem Beispiel, weitere Städte, unter anderem im Rheinland, prüften dieses Vorhaben, so der Hinweis. Auf Wartehäuschen, die günstig zur Sonneneinstrahlung stehen, können sich die Grünen auch eine Ausstattung mit Solarpanelen vorstellen, über die ein Großteil des benötigten Stroms für die Stadtmöblierung eingespeist werden könnte.

Als „durchführenden Partner“ verweisen die Grünen auf ein Unternehmen aus Hückelhoven, das bereits in Aachen für die Bushaltestellen-Infrastruktur tätig sei, und das bei Bedarf auch Service und Wartung der Wartehäuschen mit Elektrofahrzeugen übernehme.

Klimaneutrale Stadtmöblierung

Die erwähnte Hückelhovener Firma ist unter anderem bereits in Leipzig aktiv, wo seit Anfang Juli 670 Wartehäuschen ausgetauscht und insgesamt 900 neue mit Grün- oder Solardach errichtet werden. Leipzig wolle die erste Stadt werden, deren Stadtmöblierung klimaneutral betrieben wird, wie die Leipziger Volkszeitung berichtete. Das beginne beim Material: 80 Prozent des verwendeten Aluminiums bestehe aus recyceltem Material. Und die Sitzbänke seien aus nachwachsendem Bambus. Bei der Reinigung würden Regenwasser sowie ökologisch zertifizierte Reinigungsmittel verwendet.

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