Gebrauchtwarenkaufhaus feiert Jubiläum

Spezielles Kaufhaus in Merkstein besteht zehn Jahre : „Flagge zeigen“ im Patchwork

„Es ist nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, betont Wilfried Hammers, als er einen symbolischen Tropfen hochhält. 2009 wurde das Gebrauchtwarenkaufhaus Patchwork vom Förderverein Arbeit, Umwelt, Kultur eröffnet und feiert nun sein zehnjähriges Bestehen.

„Wir haben klein angefangen und Themen behandelt, die damals noch nicht so in der Öffentlichkeit waren, wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Die These ‚Es ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein; stimmt nicht. Wir tun das, was wir tun können, und die Welt wird sich verändern. Wenn wir das nicht tun, wird sie sich zwar auch verändern, aber anders“, betont Hammers, Vorsitzender des Fördervereins, der vor 29 Jahren gegründet wurde und heute aktuell 40 Festangestellte hat.

Zum Jubiläum des Kaufhauses wird am 5. Mai im und am Patchwork ein großes Familienfest stattfinden. Schirmherr ist Regionalvikar Hannokarl Weishaupt. „Unser Anliegen ist es, den Menschen eine gute Perspektive und Hoffnung zu bieten. Wir wollen ihnen helfen, Fuß zu fassen, und Patchwork unterstützt sie dabei.“ Passend zur Feier findet auch die Solidaritätskollekte statt mit dem Titel: „Perspektiven geben: Arbeit stärkt, erfüllt und vernetzt. Kirche heute: beraten – qualifizieren – fördern – begegnen.

Das Gebrauchtwarenkaufhaus wurde im Januar nach einem Umbau wieder eröffnet und erstrahlt im neuen Glanz. „Wir wollten die Räumlichkeiten überschaubarer gestalten. Hier sind die Optik und Präsentation genauso wichtig, wie in einem normalen Kaufhaus. Man soll sich wohl fühlen“, sagt Hammers. „Das Kaufhaus soll nicht nur für Menschen sein, mit denen das Schicksal es nicht gut gemeint hat, sondern auch für die, die sich für Nachhaltigkeit interessieren oder sich nicht immer neue Möbel kaufen wollen.“ Das integrierte Café ist mittlerweile zum Begegnungspunkt für Menschen aus verschiedenen Kulturen und Milieus geworden.

Zwölf Organisationen beteiligen sich am Familienfest, darunter das Nell-Breuning-Haus, die Schüler „Fridays for future“ vom Gymnasium Herzogenrath und der Tellerrand e.V. Sie alle haben Symbole und Zeichen zur Verfügung gestellt, die symbolisch auf Flaggen gezeichnet und gedruckt werden. „Flagge zeigen heißt in dem Zusammenhang, zu zeigen, dass wir aktiv sind und handeln. Die Gesellschaftlichen Krisen liegen auf der Hand, nur wird oft und an vielen Stellen noch zu wenig getan“, betont Hammers.

Das Patchwork befindet sich in der Kirchrather Straße 141 in Merkstein und hat montags bis freitags von 9 bis 18.30 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

(lgob)
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