FC Accordia Niederbardenberg besteht 100 Jahre

Rückblick und neue Pläne : Zum Jubiläum stehen Veränderungen an

Rein sportlich betrachtet läuft es für die altehrwürdige Accordia aus Niederbardenberg dezeit überhaupt nicht rund. Einzig die Fußballabteilung des dereinst in verschiedenen Sportarten vertretenen Verein hat „überlebt”.

Zum Saisonstart 2019/2020 meldeten die Verantwortlichen eine Herrenmannschaft, welche jedoch schon drei Spieltage später aufgrund von Personalmangel vom Spielbetrieb in der Aachener Kreisliga abgemeldet werden musste

Den Spaß an den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum ließen sich Vorstand, Mitglieder und Unterstützer dennoch nicht nehmen – die Accordia blickt auf eine stolze Vergangenenheit zurück. Im Jubiläumsjahr zeichnen sich weitreichende Veränderungen in der sportlichen Arbeit des Vereins ab.

Am Samstagabend trafen sich gut 200 Freunde des Niederbardenberger Fußballclubs zur großen Jubiläumsgala in der unweit gelegenen Aula des städtischen Gymnasiums. Sarah Schiffer und Jupp Ebert im Duett, „Schmitz-Backes mit Witz und Wunder im Pullunder” sowie Radiostar „Hastenraths Will” gehörten zu den gefeierten Show-Acts. Gerd Brepols vom organisierenden Festausschuss 2019 übernahm die Moderation des launigen und erinnerungsträchtigen Abends.

Am Sonntagmorgen ging man nach der Messe (Pfarrer Guido Rodheudt) zum „offiziellen Part” über. Der Fußballverband Mittelrhein (FVM) hatte mit Gregor Müller und Manfred Handels (beide Fußballkreis Aachen) und Hans-Christian Olpen (Vizepräsident FVM) eine Ehrendelegation entsandt, um dem Verein Glückwünsche zu übermitteln und fünf Mitgliedern der Accordia die Ehrennadel des Verbandes, beziehungsweise eine Sonderehrung zu verleihen. Während Wilhelm Ackermann mit der silbernen Ausgabe bedacht wurde, durften sich Alfred Lange und der Erste Vereinsvorsitzende Josef Begiebing mit der goldenen Nadel schmücken lassen. Melanie Bergrath sowie Sabine Fliegen bekamen aufgrund ihrer unermüdlichen, ehrenamtlichen Vereinstätigkeit den Ehrenamtspreis des FVM.

Die Heimat der Accordia „Am Hagelkreuz” wird schon bald zu Bauland werden – auch aus Sicht der Vereinsverantwortlichen ist der in die Jahre gekommene Aschenplatz nicht mehr zeitgemäß für einen zukunftsorientierten Verein. Sofern wieder eine Mannschaft am Ligabetrieb teilnehmen wird, möcte man auf die Anlage „Fuchsberg” des Stadtrivalen SuS Herzogenrath. Mitgliederschwund umziehen, und Fusionsgedanken sind auch in Niederbardenberg anzutreffen. Gespräche zu beiden Aspekten mit dem SuS befänden sich in einem absoluten Anfangsstadium, eine Lösung nicht absehbar.

„Walking Football“

Eine in der Region bislang eher unbekannte Version des Fußballsports könnte dagegen in naher Zukunft das Aushängeschild der Akkordia werden: Beim sogenannten „Walking Football” steht der Bewegungssport für die Generation 50 plus im Vordergrund.

Die Erste Kassiererin Doris Begiebing schätzt vor allem den sozialen Aspekt, den diese Sportart mit sich bringen könnte: „Wir möchten zunächst an die ältere Generation herantreten. Dieser Fußballsport ist weniger laufintensiv und hat einige abgewandelte Regeln. Somit könnten wir auch älteren Menschen eine sportliche Alternative bieten.” Beim Blick über den Tellerrand hat sie auch Seniorenheime im Blick. Der soziale Effekt einer solchen Sportmaßnahme sei nicht zu unterschätzen – Freundschaften und soziale Integration könnten schneller geschaffen werden.

Mit ihrem weit verzweigten Netzwerk möchte Begiebing mit dem Vorstand diese Idee verwirklichen. Aus ihrer langjährigen Vereinserfahrung hat sie jedoch gelernt: Nichts passiert mal so nebenbei. Auch Bürgermeister Christoph von den Driesch sowie der zweite Bürgermeister Manfred Fleckenstein gehörten zu den Gratulanten. Beide waren sich einig, dass dem Vereinssport in Herzogenrath und im speziellen auch in Niederbardenberg großer Respekt gebührt. Gemeinsam werde man konstruktiv am Fortbestand und an einer modernen Ausrichtung arbeiten.

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