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K.I.D.S.: Einfach anders sein wie Mia Lotta Hörnchen

K.I.D.S. : Einfach anders sein wie Mia Lotta Hörnchen

Vorschulkinder der Herzogenrather Kita „K.I.D.S.“ haben ein Fabelwesen ersonnen. Nun schmückt es ein Auto der Tafel.

Wenn Kinder ausgegrenzt werden, verstehen sie oft die Welt nicht mehr. Die fünfjährigen Vorschulkinder Maira, Maya und Niklas aus dem Kindergarten K.I.D.S haben mit ihrer berührenden Geschichte des Fabelwesens Mia Lotta Hörnchen den Nagel auf den Kopf getroffen.

Seit 2017 hat es sich Dieter Lecher, Vorsitzender der Herzogenrather Tafel, zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit Kindergartenkindern Fabelwesen zum Leben zu erwecken und die schönen Geschichten auf ein Tafel-Auto zu drucken. „Wir möchten nur noch so wenig Werbung wie möglich auf den Autos. Mit den Geschichten regen wir die Menschen zum Nachdenken an, und die bunten Bilder sind dazu noch ein Hingucker“, sagt er.

Dieses Jahr entschied sich Sonja Stiebert, Leiterin des Kindergarten K.I.D.S in Herzogenrath, gemeinsam mit drei Kindern und den Erzieherinnen Brandy Emmerich und Marisa Jordans, eine Fabelwesen-Geschichte zu entwerfen. „Wir haben uns mit den Kindern hingesetzt und überlegt, wie das Fabelwesen aussehen soll, wie es heißt und was es so erlebt“, sagt Stiebert. „Frau Emmerich und Frau Jordans malten dann in aller Ruhe die Bilder gemeinsam mit den Kindern – die dann später grafisch umgesetzt wurden damit sie auch genauso schön auf dem Auto aussehen“, ergänzt Stiebert.

Am Ende vieler kreativen Ideen ist dann ein buntes Wesen namens Mia Lotta Hörnchen entstanden. Die Geschichte ist rührend: Eins ihrer Hörner ist viel zu kurz, weswegen sie ausgeschlossen wird und keiner mit ihr spielen will. Sie ist zunächst sehr traurig. Doch dann trifft sie Adler Theo, der auch ganz anders aussieht als alle anderen Adler.

Theo gibt Mia Lotta Hörnchen einen wichtigen Satz mit auf den Weg: „Es ist normal, verschieden zu sein.“ Schon bald findet Mia Lotta Hörnchen viele Freunde und die Geschichte endet mit einem Happy End. Der Satz „Es ist normal, verschieden zu sein“ verziert als bunte Überschrift das Auto. Damit möchte Lecher die Menschen erreichen. Er sieht die Tafel-Autos als einer Art Botschafter. „Wir können beim Thema Integration einiges von Kindern lernen. Sie akzeptieren sich so, wie sie sind“, sagt Lecher.

Kaum war die Geschichte der Vorschulkinder fertig, konnte sie auch schon auf den großen Kastenwagen der Tafel gedruckt werden. Die Kinder sind überglücklich, ihre Arbeit beidseitig auf einem Auto bestaunen zu dürfen.

„Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht“, sagt die fünfjährige Maya Meinecke. „Die Kinder waren unglaublich kreativ und die Geschichte trifft einen mitten ins Herz“, sagt Siebert. „In der Geschichte gibt es auch kein Corona – sie spielt in einer heilen Welt. Sie sollte nur vom Anderssein handeln“, betont Lecher. Die Tafel-Autos werden immer bunter, und auch für die nächsten Jahren sind Geschichten geplant.