Dr. Ingo Wolff im Herzogenrather Umweltausschuss

Experte im Umweltausschuss : „Wir sind hier in der wärmsten Ecke von Deutschland“

Alles andere wäre zumindest naiv: Auch vor den Toren von Eurode macht der Klimawandel keineswegs halt. Die Mitglieder des Herzogenrather Umweltausschusses beschäftigten sich bei ihrer jüngsten Sitzung mit diesem Thema und hatten aus diesem Anlass einen Experten in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen: Dr. Ingo Wolff vom Landesamt für Naturschutz.

as Klima in und um die Rode-Stadt beschrieb der Gast aus Düsseldorf kurz und treffend mit: „Wir sind hier in der wärmsten Ecke von Deutschland.“ Hierzulande habe es einen „krassen Anstieg der Temperaturen seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts“ gegeben. Das Ende sei indes noch nicht erreicht: „Wir sind in einer Warmzeit, nicht in einer Heißzeit“, erläuterte Wolff. Aber es nicht nur der Hitzestress, der den Bürgern der Einschätzung des Fachmanns nach einheizt: „Die Niederschläge werden immer knapper.“

Wenn es dann doch mal regnen wird, dann heftig: „Es wird mehr extremen Starkregen und Hagel geben.“ Um diese Überlast an Nässe und Feuchtigkeit von oben aufzufangen, hatte Wolff direkt auch ein paar Ratschläge für die Herzogenrather parat: Flach- und andere Dächer zu begrünen Und: „Machen Sie die Stadt klimaneutral, am besten noch vor 2050.“

Dass Herzogenrath bis dahin noch einen langen Prozess wird bringen müssen, ließ der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda in der anschließenden Diskussion durchblicken: „Klimaschutz ist keine Sache, die es umsonst gibt.“ Hans-Joachim Helbig (SPD) seinerseits hatte einen Vorschlag für die Verwaltung: „Wir sollten uns einen Klima-Ingenieur ins Haus holen.“

Was auf kommunaler Ebene ein solcher Prozess so mit sich bringt, ließ Jens Schneider (TH Aachen) durchblicken, der den „Regionalen Dialog Energiewende Aachen“ (Repac) vorstellte. Dieses auf Nachhaltigkeit hin orientierte Projekt charakterisierte der Gast als „auf den Stromsektor fokussiert“. Workshops zum Beispiel für Anwender von Photovoltaik (Stromerzeugung durch Sonnenlicht) sollen hier die Wende bringen und in deren Zug helfen, überalterte Windkraft-Anlagen abzulösen.

Darüber hinaus berieten die Mitglieder des Umweltausschusses noch über eine Reihe anderer Tagesordnungspunkte. Dabei ging es unter anderem um die Schaffung eines Hinweises auf die ehemalige Zeche Langenberg im Stadtteil Kohlscheid war eines dieser Themen. Wie der Hinweis konkret aussehen soll – das sollen jetzt die zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung im Dialog mit den Aktiven des „Vereins Kohlscheider Bürger“ klären und erarbeiten.

(chh)
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