DORV-Laden in Pannesheide wird auf neue Beine gestellt

Nahversorgung sichern : DORV soll ein neues Gesicht bekommen

In Pannesheide ist ein eigener Verein in Gründung, der den DORV-Laden mit vielen attraktiven Angeboten neu aufstellen soll. Die Mitgliederversammlung ist Mitte Oktober.

Der Bedarf ist da, der DORV-Laden mit seinem vielfältigen Angebot an der Pannesheider Straße ist zu einer wichtigen Institution im Ort geworden, keine Frage. Doch wie das so ist, der Umsatz müsste dauerhaft deutlich größer sein, um die zwei Vollzeitstellen, derer es für einen reibungslosen Betrieb bedarf, sowie alle weiteren Fixkosten finanzieren zu können.

Als „Warnschuss“ sollte da der Ausstieg des Fördervereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen verstanden werden, der eigentlich immer nur „vorläufig“ Träger des DORV in Pannesheide gewesen ist. Nach zehn Jahren soll das Nahversorgungsprojekt endlich auf eigene Füße gestellt werden, einhergehend mit neuem Schwung, maßgeblich generiert durch die Initiative der Anwohner selbst. Denn das ist es, worauf die Idee der „Dienstleistung und Ortsnahen Rundum-Versorgung“ (DORV) letztlich beruht: auf einem Mix aus Minijobs und ehrenamtlichem Einsatz.

Zum Monatsende, so der Beschluss vom Juni, wird der Förderverein seine finanzielle Unterstützung einstellen. In der Hoffnung, dass sich zwischenzeitlich ausreichend Unterstützer finden, die das DORV am Leben halten. Man kann sagen: Der „Warnschuss“ ist gehört worden. Als eine der ersten zukunftsweisenden Initiativen war ein Computercafé an den Start gegangen, ein IT-Experte hilft dienstags ab 17.30 Uhr bei allen Fragen rund um PC, Laptop und Smartphone.

Überdies ist die Gründung eines Vereins „DORV Pannesheide“ in die Wege geleitet worden, wie Professor Dr. Kurt Schetelig und Roland Tesch, Anwohner und Mitglieder der Projektgruppe, im Gespräch mit unserer Zeitung erläutern. Die erste Mitgliederversammlung ist für den 15. Oktober anberaumt. Bis Jahresende werde der Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur die Trägerschaft noch juristisch innehaben. Die Finanzierung des DORV-Ladens, so versichern Schetelig und Tesch, sei bis dahin durch Spenden gesichert. Und auch sonst stehen viele Ehrenamtler in den Startlöchern, um „ihren“ Laden im Dorf auf stabile Beine zu stellen.

Spieleabend und Frühstück

Einige Eckpunkte und attraktive Angebote sind dazu bereits erarbeitet worden: So sollen neben dem schon recht gut etablierten Computercafé ein Spieleabend und überdies ein regelmäßiges geselliges DORV-Frühstück stattfinden. Die Anwohnerinnen Erika Tonhauser und Mechtild Hümbs haben für Letzteres die Initiative ergriffen (siehe Infobox). Die Küche des DORV soll renoviert, das Ladenlokal insgesamt einladender eingerichtet werden. Zudem soll das Warenangebot überarbeitet und an Kundenwünsche angepasst werden. Die Homepage zu aktualisieren und die Werbung für weitere ehrenamtliche Mitglieder auszubauen, stehen ebenfalls auf der langen To-do-Liste. Auch ein Angebot haushaltsnaher Dienstleistungen wird an den Start gehen. Kochkurse, eine Handwerkerbörse und mehr sind Ausflüsse des gründlichen Brainstorms.

So schauen die Akteure hoffnungsfroh in die Zukunft. Und sondieren allerorten, welche Unterstützungsmöglichkeiten es für ihr ehrgeiziges Vorhaben geben könnte. Die SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers haben sie unter anderen zu Rate gezogen (siehe Interview). Den DORV-Laden durch tägliche Einkäufe zu unterstützen, ist der eindringliche Appell von Schetelig und Tesch an die Menschen im Dorf. Erika Tonhauser fasst zusammen: „Der DORV-Laden ist eine Bereicherung für den Ort. Ohne ihn wäre Pannesheide tot!“