Burg in Herzogenrath hat Sanierungsbedarf

Sanierungsbedarf : Plädoyer für die Burg als Wahrzeichen der Stadt

Um Kostenübernahme für Sanierungsmaßnahmen im Inneren des historischen Gemäuers gab es jetzt eine Diskussion im Stadtrat. Alles sind sich aber einig: Die Burg ist das Wahrzeichen der Stadt Herzogenrath.

Letztlich stimmte der Stadtrat dem entsprechenden Dringlichkeitsentscheid doch einstimmig zu: nämlich vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kommunalaufsicht außerplanmäßig einen Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro zur Sanierung der Dach­geschosswohnung auf Burg Rode zu zahlen. Überdies sollen 20.000 Euro Zuschuss zur Sanierung des Eingangspodestes und 25.000 Euro in die Feuchtesanierung des Kellers fließen. Da es sich um investive Ausgaben handele, so erläuterte Bürgermeister Christoph von den Driesch, habe man das Ganze in einen Dringlichkeitsentscheid gepackt.

Im politischen Gremium aber hatten sich Fragen aufgetan, unter anderem in Bezug auf die Wohnung: Wie hoch die Mieteinnahmen seien, ob die Wohnung überhaupt vorgehalten werden müsse, wollte etwa Bruno Barth (UBL) wissen.

Zunächst Bauchschmerzen bei einer außerplanmäßigen Ausgabe von 95.000 Euro hatte Dr. Bernd Fasel (Grüne). Er erinnerte aber auch daran, dass die Stadt sich seinerzeit von der Burg getrennt habe und seither Ehrenamtler viele Stunden Arbeitszeit zum Erhalt des Wahrzeichens der Stadt einsetzten. Seiner Meinung nach sei vertraglich geregelt, was die Stadt an Leistungen zu erbringen habe, unter anderem sei etwa der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes städtische Aufgabe. Insofern handele es sich bei den vorgenannten Maßnahmen um Pflichtleistungen.

Der Bürgermeister (Mitglied des Kuratoriums Burg Rode) nutzte die Gelegenheit und wiederholte seinen Vorschlag von vor vier Jahren, für den er seinerzeit Kritik geerntet habe: Die Burg für einen symbolischen Euro zurückzukaufen und das Kuratorium als Pächter einzusetzen, ähnlich wie es auf der Burg Frankenberg in Aachen laufe: „Dann hätten wir viele Probleme der Zuständigkeiten nicht. Es ist die rheinische Lösung der 1980er Jahre, die uns heute haushalterische Probleme bereitet.“

SPD-Fraktionschef Gerd Neitzke betonte indes, dass die Wohnung seinerzeit als Existenzbasis für den Verein festgelegt wurde, um nötige Einnahmen zu generieren, weswegen die Sanierung zweifelsfrei Pflichtaufgabe für die Stadt sei.

Und Stefan Becker (CDU/ebenfalls Mitglied des Kuratoriums) stellte klar, dass einmal vertraglich geregelt worden sei, dass alles, was im Inneren der Burg anfalle, dem Verein obliege und alles, was außen zu tun sei, der Stadt. Jetzt handele es sich um eine energetische Sanierung der Wohnung. „Es pfiff aus den Steckdosen, man hätte einst eine Dampfsperre einbauen und keine teuren Nachtspeicheröfen installieren sollen“, erinnerte Becker auch daran, dass der Verein die komplette Wohnung bereits in Eigenleistung entkernt habe und darüber hinaus bekanntlich die Sponsoren für die dringend nötigen neuen Fenster der Burg gefunden hatte.

Auch die Fußbodensanierung sei vom Kuratorium gestemmt worden, das als Verein zwecks Hilfeersuchen viel besser auf andere Vereine zugehen könne. Private Ausschreibungen kämen überdies stets billiger als kommunale, weswegen es also „deutlich besser“ sei, dass die Burg eben nicht der Stadt gehöre.

Nun gehe es darum, dass die Wohnung vermietet werden könne und der Hausmeister sein Geld aus energetischen Gründen nicht „sinnfrei rauswerfen“ müsse, appellierte Becker.

Auch der Außenbereich der Burg müsse saniert werden, führte er weiter aus: „Das ist nicht billig, aber es handelt sich um das Wahrzeichen der Stadt.“ Die Burg stehe unter anderem für einen wichtigen Teil der Landesgeschichte.

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