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Erzählabend: Braunkohlegrube Union 103 in Morschenich im Blickpunkt

Erzählabend : Braunkohlegrube Union 103 in Morschenich im Blickpunkt

Der Verein Bergbaudenkmal Grube Adolf lädt zum zweiten Erzählabend in diesem Jahr unter den derzeit gültigen Corona-Schutzauflagen ins Fördermaschinenhaus der ehemaligen Grube Adolf, Hans-Landrock-Straße, Merkstein, ein. Abstandsgebot, Desinfektion sowie eine Teilnehmerliste sind selbstverständlich.

Der Erzählabend am Mittwoch, 19. August, 19 Uhr, arbeitet auf, warum der Versuch Braunkohle unter dem Hambacher Forst bergmännisch zu gewinnen nicht erfolgreich war. Referenten sind Diplom-Ingenieur Hans Peter Schöngen vom Tagebau Hambach RWE Power AG und Horst Bittner von der Bittner-Miningconsult GmbH und ehemaliger Fahrsteiger der Deilmann-Haniel GmbH.

Nach dem 2. Weltkrieg baute die 1939 gegründete Rheinische Braunkohlentiefbaugesellschaft (RBT) zwischen Etzweiler und Morschenich eine Versuchsschachtanlage zum Abbau von Braunkohle unter Tage. Bei Untersuchungsbohrungen wurden 1927 die Kohlenflöze unter dem Hambacher Forst entdeckt. Unter einem 260 Meter mächtigen Deckgebirge lagerte ein bis zu 70 Meter mächtiges Flöz. 1943 unterbrach der Krieg die 1941 begonnenen Teufarbeiten.

Nach Kriegsende führte man die Arbeiten fort. Es entstand eine Doppelschachtanlage mit einer Teufe von 330 Meter. Die beiden Schächte lagen 300 Meter voneinander entfernt. Das Schachtgerüst vom Materialschacht 1 war 27 Meter hoch und das von Förderschacht 2 war 52,2 Meter hoch. Mit Fachleuten aus Mitteldeutschland, Nordböhmen und dem Bleibergwerk Mechernich testete man zwei Abbauverfahren – den Pfeilerbruchbau und den Scheibenbau. Insgesamt wurden gut 11.000 Meter Haupt- und Nebenstrecken aufgefahren.

Nach zwei Wassereinbrüchen und die Tatsache, dass bei den angewendeten Abbauverfahren die Kohleverluste zu hoch waren, stellte die RBT den Versuchsbergbau 1955 ein. Bis 1960 hielt das zuständige Bergamt das Bergwerk in Förderbereitschaft. Nach den Raubarbeiten wurde es dann 1961 bis 60 Meter unter Rasenkante geflutet. Die komplette Wasserhaltung verblieb unter Tage, da man hoffte mit einer geeigneten Abbautechnologie das Bergwerk noch einmal sümpfen zu können. Seit 2012 wird es durch den Tagebau Hambach überbaggert und Stück für Stück zurückgebaut.

Alle Freunde des Bergbaus sind eingeladen Erinnerungen zu teilen, zu erzählen oder nur einfach neugierig zuzuhören. Wie immer gibt es natürlich nach dem Vortrag die Möglichkeit für Fragen und Anregungen.

Die Veranstaltung ist nicht auf Vereinsmitglieder beschränkt und kostenfrei.