August-Schmidt-Platz Merkstein: Bürger sehen Gastro-Pläne kritisch

August-Schmidt-Platz : Viele Bürger sehen Gastro-Pläne kritisch

Gut 100 Einwohner waren jetzt zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in das Foyer der Dietrich-Bonhoeffer-Schule gekommen. Der Bürgermeister und der Technische Beigeordnete stellten die Entwürfe für den August-Schmidt-Platz vor.

In seiner Sitzung am 21. Mai hatte der Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Herzogenrath damit die Verwaltung beauftragt, und so stellten sich Bürgermeister Christoph von den Driesch und der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda den interessierten Bürgern.

Heiß erwartet worden war diese Präsentation, hatten im Vorfeld doch schon zwei parteibezogene Veranstaltungen für emotionale Diskussionen in der Merksteiner Bevölkerung gesorgt. Der Bürgermeister bei seiner Begrüßung: „Dieses hier ist eine Entwurfsplanung, es ist natürlich noch nichts entschieden. Wir wollen Ihre Meinungen abfragen und damit in die nächste Ausschusssitzung gehen, damit die Politiker über die weitere Vorgehensweise beraten können.“ Dann stellte der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda die angedachte Überarbeitung des Platzes vor.

Gut 330.000 Euro will die Stadt dafür in die Hand nehmen. Der Platz soll, so Migenda, entrümpelt werden, das Denkmal versetzt, neue Spielgeräte und ein Wasserspiel platziert, eine Boule-Bahn gebaut, ein Pavillon und ein ganz neues Beleuchtungskonzept erstellt werden. Zusätzlich soll eine Fläche für ein Zelt und eine Marktfläche freigehalten werden, ein großer Bodenanker soll als Standort für einen Mai- und Weihnachtsbaum dienen.

Der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda präsentierte die Planungen zur Neugestaltung des August-Schmidt-Platzes in Merkstein. Foto: Dieter Amkreutz

Was dann folgte war der Knackpunkt und Grundlage für rege Diskussionen. Am nord-westlichen Ende des Platzes, gleich gegenüber dem früheren Rathaus, möchte ein Investor (betreibt derzeit ein beliebtes Restaurant gleich in der Nähe auf der anderen Seite der Bahnstrecke) ein zweigeschossiges Gastronomiegebäude mit Außenbewirtung errichten. Dieses soll in Erbbaurecht genehmigt und durch vertragliche Vereinbarungen abgesichert werden. „Wir schätzen diesen Gastronomen, doch eine Bebauung auf dem Platz, das geht gar nicht“, so der Tenor fast aller Wortmeldungen aus der Bevölkerung. Die Parkplatzsituation rund um den Platz sei heute schon mehr als schwierig, und rund um das Gelände sei ausreichend Gastronomie vorhanden.

Dieses Problem sei der Verwaltung bekannt, man arbeite intensiv an Lösungsmöglichkeiten der Parkplatz- und Verkehrssituation, gab der Bürgermeister preis. Anregungen, dem Investor alternative Standorte anzubieten, entgegnete Ragnar Migenda: „Eine Belebung des Zentrums des Ortes funktioniert natürlich auch nur im Zentrum und nicht etwa in Randgebieten.“

Was sind das für Markierungen?

Einem aufmerksamen Bürger waren in den letzten Tagen Markierungen an den Bäumen auf dem Platz aufgefallen, und er machte sich Sorgen, dass die gezeichneten Bäume wohl der Neugestaltung des Platzes „zum Opfer fallen“ könnten. Hier hatte der Technische Beigeordnete eine beruhigende Mitteilung: „Wir sind im gesamten Stadtgebiet dabei, ein Kataster aller Bäume zu erstellen, und dieses sind praktisch die Namensschilder, haben also nichts mit der geplanten Umgestaltung zu tun.“ Doch musste der Beigeordnete einräumen, dass, sollte die Planungen inklusive dem Gastro-Gebäude umgesetzt werden, drei Bäume auf dem Platz weichen müssen, was aber an anderer Stelle umgehend kompensiert würde.

„Der Platz ist so groß nun auch wieder nicht, die Planungen der Stadt machen auf mich einen gequetschten Eindruck. Klar muss man Kompromisse machen, aber wenn man zu viel will, könnte der Schuss nach hinten losgehen. Also auf das Gebäude verzichten und den Platz offen und lebenswert halten“, so ein weiterer Einwand aus der Bürgerschaft, dem sich die Mehrheit der Anwesenden anschloss.

Beifall gab es für den Vorschlag, einen Bürgerentscheid über die Art der Neugestaltung des August-Schmidt-Platzes in Merkstein durchzuführen. Bürgermeister Christoph von den Driesch versprach, alle Meinungen und Anregungen in den Bau- und Verkehrsausschuss mitzunehmen.

(da)
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