Attraktive Pläne für den Vorplatz von St. Mariä-Himmelfahrt

Innenstadtgestaltung Herzogenrath-Mitte : Ein Teppich aus Grauwacke für St. Mariä Himmelfahrt

Die neobarocke Kirche soll wieder in den Vordergrund gerückt werden: Attraktive Pläne gibt es für den Vorplatz von St. Mariä Himmelfahrt in Herzogenrath.

Eine in die Steigung der Straße hinein auslaufende Freitreppe mit unregelmäßig verteilten Sitzblöcken, Gehwege mit sandsteinfarbenen Betonsteinplatten, die sich farblich am Kirchenbau orientieren, dessen Vorplatz zum Teppich aus heimischer Grauwacke wird, akzentuierend gesäumt mit Beeten und einer Pflanzung aus unterschiedlichen Gräsern: St. Mariä-Himmelfahrt soll in Bälde schon zumindest optisch eine ganz neue Präsenz im Stadtbild erfahren und quasi hervortreten hinter der derzeitigen, dicht bepflanzten Bruchsteinmauer.

Die nunmehr verfeinerten und analog zu den Vermessungsdaten visualisierten Pläne für den Bereich rund um die neobarocke Basilika an der Einmündung Kleikstraße/Eygelshovener Straße hat Architekt Professor Norbert Kloeters vom Aachener Büro 3plus Freiraumplaner vorgestellt. Und Zustimmung geerntet, seitens der Kirchengemeinde und der Politik gleichermaßen.

Weiterer Pluspunkt der städtebaulichen Maßnahme im Zuge des sogenannten integrierten Handlungskonzepts für Herzogenrath-Mitte: Die Umsetzung könnte preisgünstiger ausfallen, als ursprünglich einmal veranschlagt war.

Hatte der Umwelt- und Planungsausschuss im März noch eine voraussichtliche Kostensteigerung von stattlichen 191.217 Euro hinnehmen müssen – begründet mit der allgemeinen Preissteigerung auf dem Bausektor, der gewünschten Einbeziehung der Vorfläche der gegenüberliegenden Commerzbank sowie den hohen mechanischen Anforderungen an das zu verbauende Material im Fahrbahnbereich –, so belaufen sich die neuesten Berechnungen, basierend auf einer Umplanung im Straßenflächenbereich nur noch auf 534.071 Euro.

An die Umgebung angepasst

Denn von einer teuren Bepflasterung der Fahrbahn rät das Planungsbüro ab, der starken Scher- und Schubkräfte im Kurvenbereich wegen, wie Kloeters erläutert: damit sich im Laufe der Zeit nicht einzelne Steine lösen. Stattdessen schwebt dem Planer eine strapazierfähige Asphaltoberfläche vor, die durch ein Grinding-Verfahren an die Farbgebung der Umgebung angepasst werden kann.

Will heißen: die Oberfläche wird abgeschliffen, so dass die enthaltenen Splitte sichtbar werden. Hinsichtlich einer möglicherweise erhöhten Lärmbelästigung, wie sie Günter Prast (SPD) ins Spiel brachte, sah Kloeters keine Probleme, Indiz dafür könne die gröbere Oberflächenstruktur sein, wie sie ja auch „Flüsterasphalt“ aufweise.

Offen, übersichtlich, mit Platz zum Verweilen und zwei Lichtsäulen links und rechts: der neue Vorplatz von St. Mariä Himmelfahrt. Foto: 3plus Freiraumplaner/Entwurf: 3plus Freiraumplaner

Analog zum Kirchvorplatz soll die Fläche vor der Commerzbank auf der anderen Straßenseite gestaltet werden. Auch hier wird der Gehweg „aufgeweitet“, die Höhendifferenz durch langgestreckte Stufen überwunden. Die, genau wie die Treppe vor der Kirche mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl barrierefrei umfahren werden können. „Barrierefreiheit ist für uns schon seit Jahren nichts Neues“, betonte Kloeters denn auch auf die besorgte Nachfrage von Katharina Herzner (Grüne) hin, ob die Bordsteine – angedacht sind extrabreite Rundbordsteine aus Beton – keine Hindernisse für E-Rolli-Fahrer darstellen.

Sie werden, ebenso wie die Auframpungen, die den neuen Fahrbahnbelag auf Gehwegniveau anheben sollen, nur wenige Zentimeter hoch sein. Um das gläserne Halbrund der Bank abzuschirmen, möchten die Planer drei hochstämmige Bäume davor platzieren. Ein Baum ist auch vor der Einmündung der Eygelshovener Straße angedacht, um aus Richtung Niederlande kommenden Radfahrern einen sicheren Übergang vom Radweg auf die Fahrbahn zu ermöglichen. Um keine „gleichberechtigte Situation für Radfahrer auf dem Platz zu schaffen“, wie Kloeters klarstellte.

Die Kirchengemeinde, so stellte Stefan Becker (CDU) fest, trage das Konzept weitestgehend mit. Warum also diesbezüglich nicht auch auf die Commerzbank zugehen?, regte er an. Hinsichtlich der Zeitschiene mahnte er zudem, gut zu koordinieren und die Bürger mit Blick auf die anderen Straßenbaumaßnahmen im Umfeld rechtzeitig zu informieren. Bauchschmerzen bereitet Becker überdies der wachsende Verkehr in der Eygelshovener Straße.

Der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda sagte zu, Planungsdetails im Vorfeld in die Bürgerschaft zu tragen und die Verkehrssituation nochmals zu prüfen.

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