"Altes Zollhaus": Kinder entwerfen Fabelwesen für Tafel Herzogenrath

Kinder entwerfen Fabelwesen : Es mag keine Affen, aber teilt sehr gerne

Die Kinder aus dem Familienzentrum „Altes Zollhaus“ in Herzogenrath entwerfen ein Fabelwesen für das Fahrzeug der Herzogenrather Tafel. Es ist sehr bunt, mag keine Affen und teilt gerne.

Helena ist fünf Jahre alt, genauso wie Luis und Alaitin. Gemeinsam sitzen die drei in einem Stuhlkreis in einem kleinen Raum der Städtischen Kindertageseinrichtung „Altes Zollhaus“ in Herzogenrath. Sie denken sich zusammen mit ihrer Erzieherin Nadja Bücken ein Fabelwesen aus, das in einem Zauberwald lebt und – so viel ist schon klar – keine Affen mag, „weil die immer das Essen klauen“. Das Fabelwesen denken sie sich aber nicht nur zum Spaß aus. Ein selbstgemaltes Bild des Tieres soll bald den Transporter der Herzogenrather Tafel zieren.

Perspektive von Kindern

Diese Kooperation der Tafel mit Kindergärten in der Stadt geht nun ins dritte Jahr. Zum ersten Mal ist die Kita „Altes Zollhaus“ dabei und nach derzeitigem Stand auch die einzige Einrichtung, die in diesem Jahr ein buntes Fabelwesen für den Wagen konzipiert. „Kinder sind sehr intelligent und haben eine interessante Perspektive zu aktuellen Themen. Kinder haben den Erwachsenen etwas zu sagen und das wollen wir mit dieser Aktion verdeutlichen“, sagt Dieter Lecher von der Herzogenrather Tafel, der zugleich Initiator des Projektes ist.

Das selbstgemalte Bild wird pünktlich zur Weihnachtskistenaktion im Dezember prominent den Transporter schmücken und die Botschaft, die das Fabelwesen vermitteln soll, in die Stadt tragen. „Wir wollen vor allem die Themen Teilen und Gemeinschaft in den Vordergrund stellen“, sagt Erzieherin Bücken.

Nadja Bücken vom Familienzentrum „Altes Zollhaus“ und Dieter Lecher von der Herzogenrather Tafel freuen sich über den Entwurf des Wesens, das  das Tafelauto schmücken soll. Foto: ZVA/Anne Schröder

Gerechtigkeit im Vordergrund

Sie hat sich ein Konzept ausgedacht, wie das Projekt mit den Kindern realisiert werden kann. Dazu werden die Geschichten der Tiere vorgelesen, die es bereits auf das Tafelauto geschafft haben, dann wird gemeinsam überlegt, wie das Tier aussehen soll. Die Ideen der Kinder: Das Wesen soll Flügel, einen Giraffenhals, einen Löwenschwanz und ein Horn auf der Stirn haben sowie Füße wie ein Strauß.

Bücken fragt die Kinder, was das Tier gut kann und mögen könnte. „Es mag keine Affen, weil die albern sind und das Essen klauen“, heißt es vonseiten der Kinder. Also soll mehr Essen besorgt werden, damit Fabelwesen und Affen zufrieden sind, dann könne man auch zusammen essen. „Die Tiere teilen sich einfach alles“, lautet das Fazit, das die Kinder selbst erarbeitet haben und das auch die Idee der Tafel widerspiegelt.

Nach Armut gefragt, fällt den Kindern vor allem der klassische Räuber ein, „der dafür ins Gefängnis kommt“. Bevor Menschen klauen müssen, um genug Essen oder andere Dinge zu haben, sei teilen viel besser und auch gar nicht schwer, weiß Helena. „Ich teile immer mit meiner kleinen Schwester, weil die immer etwas von mir haben will. Aber das macht mir nichts aus.“

Der erste Entwurf zu dem Tier, das bisher noch keinen Namen hat, malen die Kinder voller Eifer mit Filzstiften auf Papier – dabei teilen sie sich die Körperteile auf und am Ende wird gleichzeitig bunt ausgemalt.

In etwa einem Monat soll die finale Version entstehen, die letztendlich auf den Transporter kommt. „Es soll ja auch gut aussehen, wie die anderen Tiere, die bereits auf dem Fahrzeug sind“, sagt Lecher erwartungsvoll.

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