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Herzogenrath/Würselen: Erster Abschnitt Umbau L223 bis Ostern fertig

Umbau der Landesstraße : Bis Ostern soll der erste Bauabschnitt der L223 fertig sein

Arbeiter und Bagger rücken seit Pfingsten vergangenen Jahres unermüdlich vor, ein Großteil der neuen Trasse hat Gestalt angenommen, ist teilweise schon asphaltiert. Bis Ostern soll der erste Bauabschnitt des Um- und Ausbaus der Landesstraße 223 fertig sein, das Teilstück zwischen Herzogenrath-Schulzentrum und Vierjahreszeiten. Dann erfolgt die Sperrung des Teilstücks von der K1 bis Birk.

Der neue Kreisverkehr an der Kreisstraße 1, der mittig im neuen, von Niederbardenberg abrückenden Trassenverlauf angelegt worden ist, kann schon seit Monaten befahren werden. Um die Querverbindung nach Niederbardenberg zu ermöglichen. Ende Februar erfolgt der Anschluss des neuen Straßenverlaufs an die alte Trasse, zwei Bäume müssen dazu noch gefällt werden.

Insgesamt drei Verschwenkungen weg von der Bestandstrasse umfasst der Umbau der Landesstraße, um den Kurvenverlauf „wesentlich gestreckter und damit sicherer zu machen, ganz gemäß der aktuellen Richtlinien“, wie Arnd Meyer, Projektleiter bei Straßen NRW, beim Ortstermin mit unserer Zeitung erläutert. Auch die Höhenunterschiede sind harmonisiert, dazu diverse Einschnitte und Straßendämme angelegt worden. Ergänzend gibt es Lärmschutzwälle, unter anderem schon angelegt zwischen K1 und Bardenberg. Ein weiterer wird bei Niederbardenberg auf der alten Trasse aufgeschüttet. Deutlich, so Meyer, könne man an der bisherigen Trasse erkennen, dass es sich hier einst um Fuhrwege von Gehöft zu Gehöft gehandelt habe, die eben irgendwann einmal zu einer Straße gemacht worden seien.

Ab Ostern kann dann auch der neue Radweg genutzt werden, entlang der nunmehr acht Meter breiten neuen Fahrbahntrasse in Richtung Schulzentrum. Bislang werden die Radfahrer, unter ihnen viele Schüler des Schulzentrums, umgeleitet von Vierjahreszeiten über Schmiedstraße, Bongartzweg durchs Feld, wo eigens zehn Lampen zur Ausleuchtung installiert worden waren.

Ab 25. Januar soll die Schwarzdecke folgen, vom Kreisverkehr bis zum Hillenberg, wenn die Witterung mitspielt, soll das bis Ende des Monats zu erledigen sein. Mit einbezogen ist dabei auch die neue Anliegerstraße für die Anwohner nahe Auf dem Kick, die künftig zwar eine Schleife fahren müssen, um zu ihren Häusern zu gelangen, dafür aber eine entschärfte Zufahrt bekommen. Es sind Teile der alten Trasse, die zu neuen Zuwegungen verwandelt werden, da keine Hauszufahrten mehr direkt auf die Landesstraße führen sollen. So bekommen etwa auch die Bewohner des Bereichs Jüderstraße 36 eine separate Zufahrt.

Alte (rechts) und neue Trasse auf einen Blick: Wo die Verschwenkung vor Bardenberg wieder einmündet, müssen noch zwei Bäume gefällt werden. Foto: Beatrix Oprée

Weiterhin wird an mehreren Stellen gleichzeitig gearbeitet, „wie bei einer Linienbaustelle üblich“, so Meyer. So wühlt sich der Bagger etwa auch schon im zweiten Bauabschnitt nahe Birk durchs Feld, da wo eine weitere Verschwenkung der alten Trasse erfolgen soll. Alle Grundstücksgeschäfte sind unter Dach und Fach, alle benötigten bisherigen Äcker gehören dem Land, wie Meyer erläutert. Die Trasse ist mit leuchtend pinkfarbenen Holzpflöcken abgesteckt, ihr Verlauf aber auch so schon deutlich wahrnehmbar: Weil ringsum schon eingesät worden ist und das sprießende Grün sich mittlerweile deutlich vom Trassenterrain abhebt.

Derweil wird auch auf der anderen Seite, nahe Hillenberg, noch fleißig gebuddelt, säumen riesige Trommeln mit dicken orangefarbenen Stromkabeln sowie aufgestapelte Rohre die Straße, gelb für Gas und blau für Wasser. „Und hier oben ist das schnelle Internet“, zeigt Meyer auf eine provisorische Oberleitung. Auf Höhe Wolfstraße müssen noch einmal im großen Maße Versorgungsleitungen unter die Erde gebracht werden. „Wir verlegen entlang der gesamten Trasse schnelles Internet für die Telekom und für die Enwor Gas, Wasser und Strom“, verdeutlicht Meyer. Die Vielzahl der Anschlüsse war es, die den Zeitplan um einige Wochen nach hinten verschoben hat.

„Und die Überraschungen, die sich mitunter im Boden gefunden haben“, sagt Meyer. Alte Leitungen, die nirgendwo verzeichnet waren, bei denen es aber dennoch immer galt, herauszufinden, wem sie überhaupt gehören und ob sie noch benötigt werden. So ist aus März, dem ursprünglich anberaumten Termin für den Start des zweiten Bauabschnitts, nun eben Ende April geworden.

Mit der Eröffnung des Straßenabschnitts vom Schulzentrum bis zum Kreisverkehr K1 endet auch die Umleitung des Linienbusverkehrs (21) über Kohlscheid, die in den vergangenen Monaten mit einer Fahrtverlängerung von einer Viertelstunde verbunden war, sowie der entsprechende Schülerersatzverkehr. Vom Beginn des zweiten Bauabschnitts betroffen sei lediglich eine Schülerfahrt von Kohlscheid über Herzogenrath nach Broich zum Heilig-Geist-Gymnasium. Der genaue Linienweg stehe im Detail noch nicht fest. Haltestellen würden aber nicht wegfallen, und es gebe auch keine Ersatzhaltestellen, heißt es auf Anfrage seitens der Aseag.

Wann genau mit dem Bau der beiden noch ausstehenden Kreisverkehre, Bardenberg 1 und 2 an den Einmündungen Finkenweg sowie Duffesheider Weg, begonnen werden kann, lasse sich noch nicht auf den Tag genau sagen, so Meyer: „Auch das hängt von der Witterung ab.“ Auf alle Fälle sollen die Querverbindungen im zweiten Bauabschnitt so lange wie möglich offen gehalten werden, würden die entsprechenden Sperrungen rechtzeitig kommuniziert. Und spielt das Wetter mit, so spreche nach wie vor nichts dagegen, dass im Herbst dieses Jahres wieder freie Fahrt herrscht auf der gesamten Strecke  von Birk bis Herzogenrath.