Herzogenrath: Herzogenrath will Friedhöfe umgestalten

Herzogenrath: Herzogenrath will Friedhöfe umgestalten

Die Friedhöfe der Stadt Herzogenrath sollen umgestaltet werden. Das hat der Rat der Stadt Herzogenrath bereits im vergangenen Jahr entschieden. Jetzt wird die Idee konkreter. In einer ersten Ausbauphase soll die Trauerhalle des Friedhofs Oststraße zu einer Urnenhalle umstrukturiert werden.

Ein Umbau des Kappellenbauwerks der 1960er Jahre war längst überfällig, sagt Ulrich Rible, Amtsleiter des Technischen Betriebsamts. Laut Rible werden zunächst zwei Stelen installiert, die Platz für 48 Urnen bieten. In einem zweiten Schritt sollen weitere Stelen entstehen, die 96 Urnen unterbringen könnten. Es werde auch eine Ablegestelle für Blumen und kleinere Gestecke geschaffen. Rible betont, dass es ihm bei der Erstellung des Konzepts wichtig gewesen ist, dass die Natursteine alle die gleiche Farbe hätten. Das sehe einheitlicher und ruhiger aus. Außerdem wird eine Hintergrundbeleuchtung geschaffen, die den sakralen Charakter wahren soll. Zudem wird es Platz für Sitzmöglichkeiten geben. In der Halle soll zeitnah mit der Umsetzung begonnen werden. Im jüngsten Bau- und Verkehrsausschuss wurde die Umstrukturierung einstimmig beschlossen.

Öffnungszeiten noch unklar

Man müsse sich noch überlegen, zu welchen Zeiten die Urnenhalle besucht werden könne. „Die Urnenhalle kann nicht Tag und Nacht geöffnet sein“, sagt Rible. Nachts treibe sich zwar in der Regel niemand auf einem Friedhof herum, aber es müsste feste Öffnungszeiten geben, damit Angehörige wüssten, wann sie die Trauerhalle nutzen könnten — beispielsweise von neun bis 18 Uhr. Darüber werde man noch diskutieren, sobald die Urnenhalle fertig sei.

Der Friedhof Oststraße wird allerdings nicht der einzige bleiben, der umstrukturiert wird. In einer zweiten Ausbauphase, Anfang 2018, soll die Trauerhalle des Waldfriedhofs in Angriff genommen werden. Da die baulichen Gegebenheiten dort etwas anders sind, könne Rible zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen, wie der Umbau konkret aussehe. Sicher ist aber, dass eine ähnliche Umstrukturierung wie in der Trauerhalle Oststraße erfolgt.

Kirchen werden beteiligt

In einem dritten Schritt wird die Trauerhalle des Friedhofs Lange Hecke in Merkstein umstrukturiert. Das dauert allerdings noch etwas und werde laut Rible erst im Jahr 2019 umgesetzt. Bei allen Umstrukturierungen werden auch die örtlichen Kirchen mit ins Boot geholt — das ist Stadt und Verwaltung sehr wichtig. Letztlich sind es genau diese Gemeindemitglieder, die auf den Friedhöfen bestattet werden. Also sollen sie auch mitsprechen dürfen.

Rible betonte im jüngsten Bauausschuss, dass das Bistum die Umstrukturierungen begrüßt. Das hat das Bistum gegenüber unserer Zeitung bestätigt: „Die überall sichtbaren Veränderungen in der Trauerkultur beschäftigen das Bistum selbstverständlich auch. So sind ja auch die Grabeskirchen/Columbarien im Bistum, in denen Urnenbestattungen stattfinden, eine Reaktion auf die sich verändernden Bedürfnisse der Menschen.“ Das Stichwort „Trauerkultur“ und ihre Veränderung betreffe aus Sicht des Bistums aber mehr als die Bestattungsform und den Bestattungsort, sondern zum Beispiel auch die Frage nach den Formen und Angeboten der Trauerpastoral. Seit mehreren Jahren zeichnet sich ein Wandel in der Bestattungskultur ab. Das ist der Stadt Herzogenrath längst bewusst. Es geht ihr um ein langfristig tragendes Gesamtkonzept zur Optimierung des Friedhofs- und Bestattungswesens in Herzogenrath.

Nach Einschätzung der Verwaltung ist der Besuch der Friedhöfe als Trauerstätte durch die Generation der Zwanzig- bis Fünfzigjährigen rückläufig. Neben der Tatsache, dass Angehörige von Verstorbenen vielfach nicht mehr am Ort der Grabstätte wohnen, scheint das Grab als Gedenk- und Trauerstätte an Bedeutung zu verlieren, glaubt die Verwaltung. Und: Die Vielzahl der Beisetzungswünsche ließe sich schon länger nicht mehr auf einen Nenner bringen. Ein Friedhofskonzept wäre daher längst überfällig gewesen.

Im vergangenen Jahr habe man deswegen mit der Überprüfung der großen Friedhöfe in Herzogenrath begonnen. Ziel der Überprüfung der Friedhofsbedarfsflächen ist zum einen die Verminderung der zu unterhaltenden Flächen, zum anderen die Erweiterung des bestehenden Angebots durch pragmatische und pflegefreie Grabarten. Wenn die Umstrukturierung der großen Friedhöfe in drei Jahren vollzogen ist, geht es weiter. Dann sind die kleinen Grabstätten an der Reihe.

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