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Herzogenrath: Herzogenrath setzt auf ehrenamtliches Engagement

Herzogenrath : Herzogenrath setzt auf ehrenamtliches Engagement

Was früher die Großfamilie leistete, soll nun die Kleinfamilie schaffen - und erleidet dabei oft Schiffbruch. Das Auffangen von Engpässen zeitlicher, personeller sowie auch emotionaler Natur gestaltet sich für die Kleinfamilie, insbesondere wenn beide Elternteile dem Broterwerb nachgehen, immer schwieriger.

Auf der anderen Seite der Alterspyramide der Gesellschaft werden die Senioren immer älter. Manche sind fit, haben mitunter viel freie Zeit, andere sind hilfsbedürftig.

Ein rettender Anker

Ein gesellschaftlicher Spagat, in dem ein Projekt in der Stadt Herzogenrath seinen Platz finden will: In der Stadtverwaltung setzt man auf das Ehrenamt. Und nicht nur dort.

Auch andere Gruppen haben das Ehrenamt als rettenden Anker in einer Gesellschaft entdeckt, die sich nicht unbedingt um Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme bemüht.

Efas (EhrenamtlerInnen für Familien und SeniorInnen) - so nennt sich das Projekt, das nach den Sommerferien gestartet wird. Dazu haben sich zusammengeschlossen: die Servicestelle für Familiengesundheit „moliri”, das Frauenkommunikationszentrum im Eurode-Bahnhof, das städtische Koordinationsbüro „Rund ums Alter”, die lokale Koordinatorin des „Lokalen Bündnisses für Familien” sowie das Stadtjugendamt.

Wichtige Erfahrung sammeln

Bürgermeister Christoph von den Driesch ist die treibende Kraft hinter dieser „Ehrenamtsbörse”. Neben den praktischen Vorteilen im Alltag sieht er auch ideelle Vorteile.

Etwa wenn die Jungen die Alten unterstützen. Erstere könnten dann „für den eigenen Lebensweg entsprechende Erfahrungen sammeln”. Als ehemaliger „Zivi” spricht von den Driesch da seinerseits aus eigener Erfahrung.

Von den Driesch bringt die vereinten Anstrengungen auf einen Punkt: „Das Miteinander der Generationen soll gestärkt werden.”

Das Hilfsangebot für Senioren (ab 60) könnte im Begleiten bei Behörden- oder Arztbesuchen oder auch bei Konzert- und Theaterbesuchen bestehen oder sich auf den Haushalt oder das Einkaufen erstrecken.

Eine andere „Hilfsform” ist selbstredend mit angedacht, eine ganz zwischenmenschliche: Gesellschaftleisten durch gemeinsame Spaziergänge oder auch Vorlesen.

Schließlich: „Die Grundbedürfnisse sind immer sichergestellt. Persönliches bleibt auf der Strecke”, sagt Bereichsleiterin Annemarie Clermont-Karo. Ehrenamtler und sein Gegenüber sollten, so empfiehlt Clermont-Karo, möglichst relativ nah beieinander wohnen.

Bei den Familienpaten sieht die mögliche Hilfspalette grundsätzlich kaum anders aus als bei den Senioren. Bloß: die Zielgruppe ist eine andere. „In erster Linie haben wir die jungen Mütter im Blick”, sagt Fachbereichsleiter „Jugend” Bernd Krott. „Oft haben wir es mit Isolation zu tun.”

Und dann gibt es da noch die „Familienfeuerwehr”. Für sie werden Ehrenamtler für den kurzfristigen Schnelleinsatz gebraucht. Eben wenn es in einer Familie plötzlich „brennt”. Etwa, wenn die die Kinder tagsüber betreuende Oma plötzlich krank wird, und kein Ersatz in Sicht ist.

Infoabend und Kontakt-Rufnummern

Einen Informationsabend für an den ehrenamtlichen Betätigungsfeldern Interessierte gibt es am Donnerstag, 28. August, im Frauenkommunikationszentrum, 1. Etage, Eurode-Bahnhof. Beginn ist um 19.30 Uhr. Efas wird dann ausführlich vorgestellt.

Eine Vergütung erhalten die Ehrenamtler nicht. Aber zum Ende der Tätigkeit gibt es ein Zertifikat. Und eine öffentliche Würdigung ist auch vorgesehen.

Nach den Sommerferien wird es eine zentrale Rufnummer für Efas geben. Bis dahin gelten folgende Telefonnummern für Personen, die sich schon mal als potenzielle ehrenamtliche Efas-Helfer registrieren lassen wollen: 02406/83530 oder 02406/83435.