Herzogenrath: Rodas Politik nickt Freilaufwiese für Hunde ab

Fläche für jeden Stadtteil : Rodas Politik nickt Freilaufwiese für Hunde ab

Jeder Herzogenrather Stadtteil soll eine Fläche bekommen, auf der Besitzer ihre Vierbeiner ohne Leine laufen lassen können

Rodas Hunde haben es derzeit nicht leicht. Katzen, Briefträger und andere „Störenfriede“ gibt es in Hülle und Fülle – dafür mangelt es der Stadt derzeit an geeigneten Freilaufflächen. Bruno Barth (UBL) brachte es im städtischen Bau- und Verkehrsausschuss auf den Punkt: „In den Naherholungsgebieten müssen Hunde natürlich zu Recht angeleint bleiben. Wo aber können sie dann noch frei herumlaufen?“. Die Verwaltung hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt.

Nachdem der Ausschuss am vergangenen Donnerstag grünes Licht gegeben hat, soll in Merkstein („An der Waidmühl“) auf dem 4000 Quadratmeter großen Gebiet des ehemaligen Hundeübungsplatzes hinter dem Sportplatz eine „Hundefreilaufwiese“ errichtet werden.

Konflikte vermeiden

Langfristig plant die Stadt für jeden Stadtteil ein solches Areal. Während in Mitte eine Wiesenfläche an der Wendelinusstraße (etwa 850 Quadratmeter) im Gespräch ist, biete sich laut Verwaltung in Kohlscheid die ehemalige Friedhofserweiterungsfläche Kämpchen (etwa 2700 Quadratmeter) an. Bei der Suche wurden Grundstücke ohne großen Nutzungsdruck bevorzugt. Dadurch sollen Konflikte zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern minimiert werden. Der Ausschuss nahm Abstand vom ursprünglichen Beschlussvorschlag und möchte das „Pilotprojekt“ nicht zeitgleich in Merkstein und Kohlscheid testen.

Die Verwaltung kalkuliert die Kosten für Errichtung aller drei Areale auf etwa 14.700 Euro. Inspiriert wurde man unter anderem durch ähnliche Anlagen in Nachbarkommunen – hier wurden die Flächen größtenteils durch private Initiativen entwickelt und etabliert. Die Betreuung der Wiesen erfolgt in diesen Fällen durch Ehrenamtler, Interessengemeinschaften oder Vereine. Auch in Herzogenrath sollen geregelte „Betriebszeiten“ und ein „Verhaltenskodex“ eingeführt werden. Seitens der Verwaltung wird „die ganzheitlich notwendige Aufsicht der Areale von Seiten des Fachamtes als unerlässlich erachtet und nachdrücklich empfohlen“. In Bezug auf den Merksteiner Standort könne die Betreuung durch zwei Hundetrainerinnen ehrenamtlich erfolgen. Interesse wurde bereits bekundet. Die Aufsicht durch die benachbarten Hundesportvereine wäre ebenfalls denkbar.

In Mitte frühestens 2020

Wolfgang Goebbels merkte seitens der SPD-Fraktion während der Ausschusssitzung an, dass die vorgeschlagenen Flächen in Bezug auf ihre Qualität für einen etwaigen Sozialen Wohnungsbau geprüft werden sollen: „Es wäre schade, wenn solche Flächen wegfallen würden.“ Für das Projekt „Hundefreilaufwiesen“ würde in diesem Falle gleichwertiger Ersatz gesucht. In Kohlscheid hätten die Verantwortlichen laut eigener Aussage bereits eine Alternative in der Hinterhand.

Schwieriger gestaltet sich die Frage in Herzogenrath-Mitte: Dass sich das Areal an der Wendelinusstraße in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung befindet, sei laut Verwaltung mit Beeinträchtigungen für die direkten Anwohner zu rechnen. Aus Mangel an Alternativflächen in städtischem Besitz soll hier eine mögliche Errichtung erst frühestens 2020 erfolgen. Die Erfahrungswerte aus Merkstein sollen als Grundlage dienen.