Herzogenrath: Laura Ngaba Tinzoh zum Thema Fasten in St. Gertrud

Herzogenrather Montagsgespräche : Eine spirituelle Begleitung für Gebet und Fasten

Die Fastenzeit hat begonnen, passend dazu gab es das jüngste Montagsgespräch im Pfarrzentrum St. Gertrud in Herzogenrath. Referentin Laura Ngaba Tinzoh aus Bergheim erzählte von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Fasten, ihren Hochs und Tiefs, und gab Impulse und Anregungen.

„Heute ist das Montagsgespräch von Anfang an ein Miteinander, die Beteiligung der Zuhörer steht hier im Vordergrund“, erklärte Gastgeber Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Laura Ngaba Tinzoh kam mit 19 Jahren nach Deutschland und studierte hier Lebensmittelchemie. Mit ihrem Ehemann Paul hat sie fünf Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren und lebt in Bergheim. „Fasten war für mich immer sehr wichtig. Jedoch habe ich lange nur gefastet, um abzunehmen. Ich habe dann aber immer wieder den Jo-Jo-Effekt erlebt.“ Tinzoh machte sich also Gedanken, wieso sie eigentlich fastet und erkannte schnell den ursprünglichen Sinn dahinter. „Fasten ist nicht da, um abzunehmen. Zwar kann das ein guter Nebeneffekt sein, aber die Fastenzeit ist weder eine Zeit der Selbstzerstörung noch der Traurigkeit. Fasten ist so viel mehr als das.“

Das konnte das Publikum nur bestätigen: Eine Zuschauerin verzichtet während der Fastenzeit auf Kaffee. „Ich habe gemerkt, dass ich kaffeesüchtig bin und hatte das erste Mal richtige Entzugserscheinungen, als ich ihn weggelassen habe. Das hat mich so erschreckt, dass ich viel gebetet habe und nach Hilfe gefragt habe. Danach ging es mir viel besser,“ betonte sie.

Laura Ngaba Tinzoh teilte ihre Gedanken damals mit ihren Freunden auf Facebook. Nach positiver Resonanz entschied sie sich, ein Buch zu schreiben. „Aus dem Inneren heraus“ ist eine Art Wegweiser, ein Rezeptbuch durch die Fastenzeit. Das Buch behandelt jeden der 40 Tage einzeln mit immer unterschiedlichen Themen, Gebeten, Impulsen und Tipps. „Ich kann natürlich nur meine Erfahrungen weitergeben, aber ich habe viele Gedankengänge aus der Heiligen Schrift oder von anderen Menschen übernommen und diese weitergeführt. Es ist wichtig, dass man sich in der Fastenzeit auf den Ursprung des Fastens besinnt und nach Gottes Willen handelt.“

Auch tägliches Beten ist für Tinzoh während dieser Zeit von großer Bedeutung. Auf die Frage, wie sie das mit fünf Kindern schaffe, konnte sie nur schmunzeln: „Ich kann auch beten, wenn meine Kinder im Raum sind. Ich finde es sogar sehr wichtig, dass sie mich so oft wie möglich beten sehen, denn es ist ein Teil meines Lebens. Sie müssen nicht mitmachen, aber Kinder lernen am besten von dem, was sie mit ihren Augen aufnehmen.“

„Aus dem Inneren heraus“ von Laura Ngaba Tinzoh kann man unter der ISBN-Nr. 978-3940879554 online und in Buchhandlungen erwerben.

Im nächsten Montagsgespräch am 1. April wird die NS-Zeit thematisiert. Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schicksale von Märtyrern im Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Unter den knapp 1000 Lebensbildern katholischer Blut- und Glaubenszeugen und -zeuginnen hat er in Zusammenarbeit mit 160 Fachleuten aus 27 Diözesen und Ordensgemeinschaften Fakten zusammengetragen, darunter auch die Schicksale zur NS-Zeit im Bistum Aachen

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