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Herzogenrath: Landespolizeiorchester NRW spielt für Schwimmprojekt

Projekt „Jedes Kind soll Schwimmen lernen“ : Landespolizeiorchester NRW gibt ein Benefizkonzert in Herzogenrath

Schwungvolle Partner haben sich die Bürgerstiftung und der Stadtsportverband (SSV) Herzogenrath ins Boot geholt: Das Landespolizeiorchester Nordrhein-Westfalen unter Leitung von Scott Lawson gibt ein Benefiz-Konzert am Dienstag, 19. Februar, im Forum der Europaschule in Merkstein.

Unter Schirmherrschaft von Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier konzertiert das Repräsentationsorchester der Landesregierung zugunsten eines Vorzeigeprojekts in der Rodastadt: „Jedes Kind soll Schwimmen lernen“ – das ist das erklärte Ziel der Akteure des Stadtsportverbands und der Bürgerstiftung. Unter dem Motto „Gemeinsam für Herzogenrath“ pflegen beide Institutionen eine gute Kooperation, die Schwimmkurse und entsprechende Ferienmaßnahmen umfasst. Mit einem jährlichen Förderaufwand von bis zu 20.000 Euro.

Denn die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, so stellen Peter Waliczek, Vorsitzender der Bürgerstiftung, und Manfred Borgs, SSV-Geschäftsführer, mit Blick auf einschlägige Studien fest, steige unaufhörlich. Fast 60 Prozent der Zehnjährigen seien Nichtschwimmer, hat etwa eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Jahr 2017 ergeben.

Als sicherer Schwimmer wird hier bezeichnet, wer das Jugendschwimmabzeichen in Bronze (Freischwimmer) abgelegt hat. Das „Seepferdchen“, das immerhin 77 Prozent der Grundschüler absolviert hätten, reiche nicht, sondern besage allenfalls, dass man sich über eine Strecke von 25 Metern über Wasser halten kann. Sowohl im familiären als auch im schulischen Bereich sieht man bei der DLRG die Ursache für die steigenden Nichtschwimmerzahlen. Aber auch die wachsende Zahl an Bäderschließungen spiele eine Rolle und wird seitens der DLRG als „unverantwortlich“ eingestuft.

Setzen sich dafür ein, dass auch Kinder aus bedürftigen Familien Schwimmen lernen können: Manfred Borgs (l.) und Peter Waliczek. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenraths SSV und die Bürgerstiftung wollen dem Nichtschwimmer-Trend schon seit geraumer Zeit entgegenwirken und haben in Kooperation mit der DLRG-Ortsgruppe sowie dem Herzogenrather Schwimmverein (HSV) und dem Kohlscheider Schwimmclub (KSC) ein „Langzeit-Schwimmkonzept“ aufgelegt. Es besteht aus fünf Modulen, die Prüfungsabnahmetermine für Kinder genauso umfassen wie Ferienkurse, OGS-Nachmittagskurse, Unterstützung in der Unterrichtszeit – und nicht zuletzt den Lizenzerwerb für Lehrer. Bei Letzterem indes gehe das Interesse gen Null, stellt Borgs fest, offenbar fehle ausreichend Personal, hätten Lehrer genug andere Verpflichtungen.

Und dennoch müsse es letztlich das Ziel sein, den Schwimmunterricht wieder ganz als schulische Aufgabe zu etablieren, sagt Waliczek mahnend. An Landtagsfraktionen sind die Akteure deswegen bereits herangetreten, hoffnungsfroh. Denn in dieser Frage seien auch politische Lösungen gefragt, etwa was die Zahl der Lehrer angeht, so Waliczek und Borgs. Zwar hat die Landesregierung mit „Sportplatz Kommune“ ein neues Gemeinschaftsprojekt zur Stärkung des Kinder- und Jugendsports in NRW aufgelegt. Doch, so Borgs, bedürfe es hierbei eben auch der Unterstützung durch die Kommune, die einen „Kümmerer“ stellen müsse. Bei der Stadt mangele es dazu aber an Manpower. Auch hier also eine Frage des Personals

Um, wörtlich gesehen, Kindern dennoch einen Schwimmreifen zuwerfen zu können, ist das Engagement von Bürgerstiftung und SSV also weiterhin gefragt. So hoffen Waliczek und Borgs auf regen Zuspruch, wenn Scott Lawson am 19. Februar um 19.30 Uhr den Taktstock zur Ouvertüre der Feuerwerksmusik hebt. Das Programm, auf das sich die Besucher freuen dürfen, ist vielseitig und reicht von Händels Spätbarockklängen über Walzerweisen von Johann Strauß, griechischer Filmmusik und Ragtime bis zu Klezmer-Classics.