Herzogenrath: Hallenbad Bergerstraße und Pläne für Kohlscheid

Bäderlandschaft in Herzogenrath: Unter den Schwimmern machen sich Sorgen breit

Kurzfristig für mehrere Tage geschlossen war die Schwimmhalle an der Bergerstraße in Herzogenrath-Mitte. Eine Störung des Leitungssystems musste behoben werden, wie es seitens der Stadt hieß.

Bei den Schwimmern macht sich derweil Sorge breit, wie Egi Laufen, Vorsitzender des Kohlscheider Schwimmclubs (KSC) unserer Zeitung mitteilt: „Bei mir haben sich Mitglieder gemeldet, die befürchten, dass es mit der Herzogenrather Halle schon bald so endet wie seinerzeit an der Zellerstraße.“ Die damals 44 Jahre alte und sanierungsbedürftige Kohlscheider Halle hatte bekanntlich von jetzt auf gleich dichtgemacht werden müssen, weil bei einer turnusmäßigen Überprüfung zusätzliche maßgebliche Korrosionsschäden unter Putz an tragenden Säulen entdeckt worden waren. Insgesamt bedeutete dies den wirtschaftlichen Totalschaden und hatte Anfang Juni 2015 im Bau- und Verkehrsausschuss schließlich den Stilllegungsbeschluss zur Folge.

In der Halle Bergerstraße indes, so teilt der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda auf Nachfrage mit, habe es sich aktuell lediglich um einen Leitungsschaden gehandelt. Eine Fachfirma sei unverzüglich mit der Behebung beauftragt worden. Doch dann habe an dem Plastikrohrsystem noch einmal nachgebessert werden müssen, „der Kleber braucht eben bestimmte Zeiten“, spricht Migenda von einer Störung, wie sie immer, auch in einem Neubau, passieren könne. Was den sonstigen Zustand des Bades angeht, das aus der gleichen Zeit stammt wie die mittlerweile abgerissene Kohlscheider Halle, konstatiert der Beigeordnete, „leider keinen Röntgenblick“ zu haben: „Alles braucht Hege und Pflege“, und Schäden wie die jetzt hoffentlich behobene Undichtigkeit könnten vorkommen. Am Freitag, so Migenda, könne das Bad wieder geöffnet werden.

Was den geplanten Hallenneubau an der Roermonder Straße, Höhe Forensberg in Kohlscheid angeht, so wächst auch hier die Spannung bei den Schwimmvereinen. Immerhin, der nächste Schritt ist getan: In der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses ist einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans II/70 „Neubau Hallenbad Roermonder Straße“ beschlossen worden, gekoppelt an eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans.

Für Migenda ist alles im Zeitplan. So werde als Nächstes die Konfigurierung des Grundstückes mit dem Planungsbüro abgeklopft, um vor dem Hintergrund der Pläne dann die Bebaubarkeit des Grundstücks mit der Bezirksregierung abzustimmen. Auch mit der Leitung des Paritätischen ABK-Hilfswerks, dem unmittelbaren Nachbarn, sei gesprochen worden. Denn wie berichtet, hatte der Landesbetrieb Straßenbau NRW dem Wunsch nach einer separaten Schwimmhallen-Einfahrt von der Roermonder Straße aus eine Absage erteilt. Alfred Sebastian, der als Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr der Regionalniederlassung Ville-Eifel beim entsprechenden Ortstermin in Kohlscheid zugegen war, hatte auf Nachfrage unserer Zeitung bereits erläutert, warum Straßen.NRW in dieser Frage so strikt ist: Auf einer freien Strecke wie der Roermonder Straße gelte es, jegliche Störstellen zu verhindern, „um die Verbindungsfunktion der Straße hochzuhalten“. Im Sinne eines reibungslosen Verkehrsflusses auf der Roermonder Straße, die bekanntlich stark befahren sei. Zufahrten auf freien Strecken seien „Sondernutzungen“, die zunächst einmal nicht zulässig seien. Möglich sei aber eine gemeinsame Zufahrt mit einem der beiden Nachbarn. Sofern – die entsprechende Ingenieurleistung, sprich Verkehrszählung und -analyse, stehe noch aus – durch diese kombinierte neue Zufahrt nicht die Leistungsfähigkeit der Landesstraße 232 beeinträchtigt werde.

Ein externes Ingenieursbüro werde mit der Analyse des Verkehrsflusses beauftragt, so Migenda: „Wenn feststeht, wie die Anbindung an dieser Stelle einmal aussehen müsste, dann gehen wir erneut auf die ABK zu“, von deren Seite aus bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert worden sei.

Wie Egi Laufen unserer Zeitung überdies berichtet, hatten sich die Schwimmer unter dem Dach des Stadtsportverbands an die Verwaltung zur Klärung diverser Fragen gewandt. Unter anderem war es hier um den Zeitplan und eben die fragliche Möglichkeit der Zufahrt von der Roermonder Straße aus gegangen. Derzeit, so erläutert Migenda seine Antworten auch im Gespräch mit unserer Zeitung, werde unter anderem die Angebotseinholung für ein Planungsbüro vorbereitet, das voraussichtlich dann auch die Projektsteuerung übernehmen soll. In Deutschland gebe es allerdings nur „eine Handvoll“ geeigneter Ingenieurbüros, die sich auf Planung und Abwicklung eines solchen komplexen Bäderprojekts spezialisiert hätten. In einem europaweiten Verfahren werde ausgeschrieben. Weiterhin, so Migenda, gehe er von einer Fertigstellung der neuen Schwimmhalle im Jahr 2023 aus.

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