Herzogenrath: Herzogenrath: Flüchtlingsberatung ist verstärkt worden

Herzogenrath: Herzogenrath: Flüchtlingsberatung ist verstärkt worden

Die Beratung für zugewiesene Flüchtlinge in der Stadt Herzogenrath ist ausgebaut worden. Neben der evangelischen Flüchtlingshilfe, die diese Aufgabe mit viel Erfolg schon seit vielen Jahren wahrnimmt, ist nun auch die Caritas mit im Boot.

Der entsprechende Kooperationsvertrag ist jetzt im Rathaus zwischen den beteiligten Institutionen und der Stadt Herzogenrath unterzeichnet worden. Die langjährige Flüchtlingsberaterin Judith Kuntz arbeitet nun zusammen mit Jean Bizimana, der sich in der Hauptsache um die Anliegen alleinreisender männlicher Flüchtlinge kümmern wird. Bizimana ist 62 Jahre alt, und lebt seit 1993 in der Region. An der RWTH Aachen wollte er sein Studium komplettieren, als in seiner Heimat Ruanda der schlimme Bürgerkrieg ausbrach. So ist er geblieben und seine Familie als Flüchtlinge nachgekommen. Hautnah weiß er also, was es bedeutet, aufgrund Verfolgung und Gewalt alles zurücklassen und in der Fremde ein neues Leben aufbauen zu müssen. Bisher war er bei der Caritas schon für Qualifizierte Rückkehrberatung und berufliche Qualifizierung zuständig.

Rund 60 Millionen Menschen befinden sich laut Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen derzeit auf der Flucht auf unserer Erde. Auch für die Kommunen ist dies mit Herausforderungen verbunden, „die so nicht vorauszusehen waren“, sagt Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch. Deswegen ist auch die Erste Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann froh, mit der Caritas einen weiteren Partner gefunden zu haben, da der Beratungsbedarf auch aufgrund der schneller erteilten Arbeitserlaubnisse inhaltlich größer geworden sei und schneller vonstatten gehen müsse.

Ralf Bruders, Referatsleiter bei der Caritas, betont die Wichtigkeit für seine Organisation, verschiedene Beratungsstandorte im Migrationsbereich in der Städteregion zu etablieren. Entsprechend habe das Bistum Mittel bereit gestellt.

Für Frank Ungerathen, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Kohlscheid, seit vielen Jahren Trägerin der Flüchtlingsberatung, ist die neue Kooperation gleichermaßen ein Zeichen für das gute ökumenische Miteinander beider Kirchen wie für das Zusammenspiel zwischen Ehren- und Hauptamtlern. Ausdrücklich lobt er die gute Interaktion mit der Stadt.

In diesem Jahr seien schon rund 600 Flüchtlinge außerhalb der Notunterkünfte betreut worden, rechnet Bernd Sauren aus der Verwaltung vor. Darunter sei die albanische Familie, die zurückkehren müsse genauso wie Syrer, die bleiben können, wie Judith Kuntz erläutert. Eine hohe Fluktuation, die die Arbeit deutlich erschwert.

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