Herzogenrath: Baumaßnahmen im Zuge des Integrierten Handlungskonzepts

Herzogenrath verändert sich : Gleich mehrere prägende Baumaßnahmen beginnen

Die Pläne stehen, die Förderkulisse ebenfalls, die aufgrund der langen Regierungsbildung nach der Bundestagswahl kurzfristig ins Stocken geraten war.

Doch das Land habe nun zugesagt, die weiteren Zuschussanträge im Zuge des „Integrierten Handlungskonzepts“ für Herzogenrath-Mitte zügig zu bescheiden, wie Bürgermeister Christoph von den Driesch darlegt – mit hoffnungsfrohem Blick auf all das, was sich in Bälde tun wird. Ab April wird Stein auf Stein gesetzt, wird sich Rodas Innenstadt deutlich verändern. Wobei sich das erwünschte Szenario des Zusammenspiels öffentlicher und privater Investoren vielversprechend zu entwickeln scheint.

Drei Häuser an der Eygelshovener Straße sind bereits gewichen für ein bauliches Engagement der Kirchengemeinde St. Gertrud und des Aachener Architekturbüros „Linie 4“. Zwei Mehrfamilienhäuser entstehen hier mit insgesamt 17 Wohnungen, zwei Aufzügen und einer Gewerbeeinheit. Die Sondierungsbohrungen auf dem Areal sind mittlerweile beendet, der Kampfmittelräumdienst prüfe nun, berichtet Diplom-Ingenieur Stephan Preikschat. Von einem Baustart Ende April geht er aus.

Wenn die entsprechende Straßenanpassung erfolgt ist (siehe Infobox), soll es auch mit einem zweiten Projekt aus privater Hand losgehen: dem Apartment-Haus „Villa Marbaise“ mit 59 Wohneinheiten von 33 bis 50 Quadratmeter Größe auf vier Etagen in Holzbauweise, das die Geilenkirchener Architektin Claudia Weber errichten lässt.

Auf dem ehemaligen Schotterparkplatz an der Bahnhofstraße wächst bald das Apartmenthaus „Villa Marbaise“. Grafik: Büro Claudia Weber. Foto: grafik

Weber engagiert sich zudem auf dem Areal des ehemaligen Supermarktes am Ferdinand-Schmetz-Platz. Unter dem Arbeitstitel „Wohnen an der Wurmpromenade“ wird hier ein Mehrgenerationenhaus mit barrierefreien Wohnungen in unterschiedlichen Zuschnitten und Ausmaßen verwirklicht. Ins Erdgeschoss wird eine Tagespflege einziehen, wie Weber erklärt. Was den Abriss der Supermarkt-Immobilie angeht, so würden derzeit die Angebote eingeholt.

Bislang ein Schotterparkplatz: das „Villa-Marbaise“-Areal. Foto: Beatrix Oprée

Im Jahr 2020, so kündigt Christoph Küpper an, der mit der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts beauftragte Innenstadtmanager, soll denn auch die Wurmpromenade selbst entstehen, als attraktive Rad- und Fußwegeverbindung vom Ferdinand-Schmetz-Platz bis zum alten Friedhof. Die Wurm, bislang mächtig eingemauert, soll wieder erlebbar werden.

Wird bald abgerissen: der ehemalige Supermarkt am Ferdinand-Schmetz-Platz. Foto: Beatrix Oprée

Innerhalb kürzester Zeit haben die Büros Kraftraum aus Krefeld und Pro Aqua aus Aachen eine Machbarkeitsstudie dazu erstellt. In fünf Abschnitten soll der Umbau erfolgen, zeitlich gut einzubinden in die Maßnahmen, die der Wasserverband Eifel-Rur in Sachen Hochwasserschutz in Herzogenrath projektiert. Der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda blickt hier zufrieden auf „gute Gespräche“ aller Beteiligten.

Anfang 2020 beginnt auch der dritte und letzte Sanierungsabschnitt der Burgmauer, gut 17 Meter lang für rund 260.000 Euro. Etwa zeitgleich wird der Vorplatz von St. Marien in Angriff genommen. Die neobarocke Kirche soll durch eine großzügige Treppenanlage, die gleichsam zum Aufenthalt einlädt, ins Zentrum gerückt werden. Die Mauer ringsum wird abgerissen. Weichen wird auch die dichte Bepflanzung, nicht nur, um den Blick zu öffnen, wie Planer Norbert Kloeters vom Aachener Büro 3Plus Freiraumplaner erläutert, sondern auch, um Angsträume zu nehmen. Der Straßenraum ringsum wird einheitlich gepflastert, um den Platzcharakter zu unterstreichen und um Tempo aus dem Kraftfahrverkehr an dieser Stelle der Kleikstraße zu nehmen.

St. Marien an der Kleikstraße soll in den Mittelpunkt rücken: Dazu wird unter anderem eine Freitreppe angelegt und die Fahrbahn ringsum einheitlich gestaltet, um den Platzcharakter zu betonen. Foto: Beatrix Oprée

Gut angelaufen ist das Fassadenprogramm, mit Fachberatung durch Bernd Niedermeier von der Aachener Planungsgruppe MWM. Eine Förderung ist bewilligt, vier konkrete Interessenbekundungen gibt es bislang. Einen Verfügungsfonds gibt es zudem für weitere Ideen, die eine Stadt gemütlich machen, etwa ansehnliche Außengastronomie. Über die Vergabekriterien informiert der Innenstadtmanager.

Eine Freitreppe, die auch Begegnungsort und Stätte zum Ausruhen sein kann, sehen die Planer vor St. Marien vor. Skizze: 3Plus Freiraumplaner. Foto: grafik

Zum Vormerken: Am 11. Mai, Tag der Städtebauförderung, werden alle Maßnahmen bei Rundgängen vorgestellt. Infos gibt es auch auf der Homepage www.herzogenrath-mitte.jetzt. Der kurze Draht zum Innenstadtmanager: 0179/4337513.

Mehr von Aachener Zeitung