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Herzogenrath: Aixpertentheater spielt „Antigone“

Aixpertentheater spielt „Antigone“ : Mythologischer Stoff, aktueller denn je

Dass es richtig gutes Theater auch an kleineren lokalen Standorten gibt, hat das Ensemble des Aixpertentheaters am Wochenende bewiesen. Am Ende seiner Aufführung von „Antigone“ von Jean Anouilh bekam es stehende Ovationen.

Die Ursprünge des Stücks liegen in der griechischen Mythologie. Nachdem sich Ödipus Söhne, Eteokles und Polyneikes, im Kampf um die Herrschaft Thebens gegenseitig erschlagen haben, muss ihr Onkel Kreon gemäß der Thronfolge die Herrschaft übernehmen. Während er für Eteokles eine feierliche Beisetzung anordnet, lässt er die Leiche des Widersachers Polyneikes vor den Toren der Stadt liegen und untersagt ihre Beerdigung unter Androhung der Todesstrafe.

Antigone widersetzt sich der königlichen Anordnung und will ihrem Bruder den letzten Dienst erweisen. Als man sie dabei ergreift, verleugnet sie Ihre Tat nicht und lehnt jede Schonung durch ihren Onkel ab. In dieser Tragödie ist die idealistische, junge Antigone die zentrale Person. Die zentrale Frage lautet: Kann konsequentes Handeln menschlich sein?

Astrid Kempen spielt in der Inszenierung des Aixpertentheaters die Amme, einen Wächter und eine Sprecherin, während Amanda Rodekamp die Hauptperson Antigone spielt. Ismene und der Oberwachmann werden gespielt von Vera Simon und Hämon und ein Wächter von Florian Schmitz. Michael Strack spielt Kreon. Dadurch, dass die Schauspieler auf der Bühne ihre Rollen wechseln, verleihen sie dem Stück nicht nur jede Menge Humor, sondern auch eine willkommene Abwechslung. Das Thema scheint aktueller den je zu sein, obwohl es doch schon so alt ist.

Das Aixpertentheater, das im Herzogenrather Klösterchen ansässig ist, hat sich seit mehr als 20 Jahren als freies Theater mit Inszenierungen sowohl zeitgenössischer Autoren als auch mit originellen Klassiker-Entdeckungen im Raum Aachen einen Namen gemacht. Obwohl das Schauspielensemble aus Amateurschauspielern mit unterschiedlichen Theatererfahrungen besteht, ist die Begeisterung fürs Schauspiel bei allen sichtlich groß.

Weitere Aufführungen

Das Stück wird Freitag und Samstag dieser Woche im Klösterchen an der Dahlemer Straße 28 in Herzogenrath-Ritzerfeld zwei weitere Male aufgeführt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr und Einlass um 19.30 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf zwölf Euro und an der Abendkasse 15 Euro und sind erhältlich beim DORV-Laden in Pannesheide, beim Grenzenlos in Herzogenrath-Mitte sowie im Gebrauchtwarenkaufhaus Patchwork in Herzogenrath-Merkstein, an der Infothek im Rathaus, in den Buchhandlungen Katterbach sowie im Pfarrbüro von St. Josef.

(lgob)