1. Lokales
  2. Nordkreis

Würselen: Henrik I. und Gesine I. regieren in Würselen

Würselen : Henrik I. und Gesine I. regieren in Würselen

Ein märchenhaftes Novum erlebte der düvelstädtische Karneval bei der Inthronisation des Stadtprinzenpaares: Henrik I. und Gesine I. (Väisänen).

Seine Tollität hielt keine langatmige Antrittsrede. Der inthronisierte Narrenherrscher erzählte gemeinsam mit Ihrer Lieblichkeit, mit schauspielerischer Unterstützung durch den Hofstaat, eine Geschichte.

Wie der Karneval ins Märchenland kam, nachdem es dem Märchenprinzen dort zu langweilige geworden war, inszenierten sie kurzweilig. Obwohl Morgana, die Herrscherin des Waldes, sich quer legte. Schließlich ließ sie sich unter zwei Bedingungen doch überzeugen und überreichte das goldene Gesetzesbuch.

Zu den Klängen „Ich bin der Märchenprinz” schwor die Tollität die begeisterten närrischen Untertanen auf eine märchenhafte Zeit ein. Eingebettet war die Inszenierung der Proklamation in die Festsitzung der KG „Au Ülle”, in der ein Knüller den anderen jagte.

Einhellige Meinung der 600 Närrinnen und Narren nach sechs Stunden stimmungsvoller karnevalistischer Unterhaltung: Die Sitzung 2004, in der der sympathische Präsident Achim Mallmann wieder einmal mehr souverän die Fäden zog, wird nur schwer zu toppen sein.

Schlag auf Schlag wurde der Boden für die Übernahme der närrischen Regierungsgeschäfte durch Prinz Henrik I. und Gesine I. bereitet. Wie schon im Vorjahr zog zu Beginn „Ülle”-Till Wilfried Wacker eine närrische Bilanz mit bundespolitisch-kritischen Zwischen- und Untertönen.

Im Sturm eroberte sich die neunköpfige Jugendgarde mit ihrem Tanz die Herzen der Närrinnen und Narren. Handgemachten musikalischen Nonsens lieferten die „Ratsherren” aus Unkel ab und landete damit den ersten Volltreffer.

Wirbelwind

Jürgen Beckers (Baesweiler) zog in der Bütt alle Register der witzigen Kleinkunst. Stehend wurde Beifall gezollt. Mariechen Martina (Felix), ein Wirbelwind in Weiß und Violett, stellte seine hohen tänzerischen Qualitäten unter Beweis, eine Augenweide an Charme und sportlicher Leistung! Nach einen Andrea-Berg-Hit feierten die „Ülle Jonge” mit ihrem „Ülle”-Publikum ihr „Elfjähriges”, Stimmung pur!

Zu den Fanfarenklängen der „Alten Kameraden” bereiteten die närrischen Untertanen dem zu inthronisierenden Prinzenpaar einen triumphalen Empfang.

„Eine spontane Entscheidung wird heute hier Wirklichkeit”, waltete KWK-Präsident Dieter Pütz seines Amtes, indem er Seiner Tollität die Insignien der Macht überreichte, Narrenkappe und Zepter. Zur glanzvollen Inthronisation gratulierte der Sheriff von Devil-City, Bürgermeister Werner Breuer. Ihre tänzerische Aufwartung machten flott die Tanzgarde und Mariechen Katharina (Jackwerth) der Prinzengarde.

Die „Zwei Schlawiner” aus der Domstadt am Rhein feierten genauso einen durchschlagenden Erfolg wie die Gruppe „Hätzblatt”. Tarzan grüßte aus dem Urlaub, als die „Ülle”-Amazonen ihren Showtanz in Top-Kostümierung fetzig auf die Bretter legten.

Bei den blöden Wortspielereien von Josef, Jupp und Jüppchen blieb auch zu fortgeschrittener Stunde kein Auge trocken. Geradezu umwerfend der tänzerische Ausflug des Herrenballetts nach bella Italia.

Den krönenden Schlusspunkt setzten weitere gute Freunde aus der Kaiserstadt, die Stadtgarde „Oecher Penn”, unter ihrem Kommandanten Winfried Wüst. Sie hatte die Gelb-weißen Schlubben von 1515 aus Kalterherberg mit Dreigestirn im „Gepäck”, musikalisch-tänzerischer Blödsinn, wie er bei der „Penn” seit Jahren zelebriert wird. Aber auch mit ihrem Tanzpaar machte sie mächtig Eindruck.

Immer auf der Höhe des närrischen Geschehens gestaltete die Kapelle „Loss John” unter der Leitung von Robert Sommer den musikalischen Rahmen der Sitzung schwungvoll.

Neue Hymne der Düvelstadt angestimmt

Fleißig Pluspunkte sammelte Hendrik I. mit seinen närrischen Paragraphen. So mit: „Gelb wird als Modefarbe für den Frühling aus Sicherheitsgründen gestrichen.” Es bestehe die Gefahr, dass Würselener Bürger versehentlich mit schwer erhältlichen gelben Säcken verwechselt und abtransportiert würden. Märchen- und Narrenkunde als neues Schulfach einzuführen und in Wöschelter Platz zu erteilen, verfügte er.

Stürmischen Beifall erntete er mit: „Das Gelände am Wisselsbach wird geflutet und dient im Sommer wieder als Freibad!”

Alle Bürger - von Euchen bis Linden und von Weiden bis Pley forderte er auf, die Veranstaltungen ihrer Vereine zu besuchen und zusammen mit Freunden die Zugwege des Tulpensonntagszuges zu bevölkern.

Das Lied des Märchenprinzen deklarierte er für die Karnevalszeit zur Hymne der Düvelstadt. Alles gemäß dem Motto: „Ob Jeel Puete, Düvel oder Hölze Päed, wer Wöschelter haue zusamme wie Himmel un Aed.”