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Herzogenrath: Heiraten mit Fernseher und Klimaanlage

Herzogenrath : Heiraten mit Fernseher und Klimaanlage

Es schlugen, ach, zwei Herzen in des Bürgermeisters Brust - eins für die Romantik, eins für die Finanzen.

Jürgen Venohr, Standesbeamter der Stadt Herzogenrath, hatte die Idee gehegt, das Trauzimmer im Rathaus zu verschönern. Er erstellte ein Konzept, legte es Bürgermeister Gerd Zimmermann vor - und was machte der: zückte den Rotstift. Jedoch nicht, um wohlmeinend ein paar Herzchen unter den Entwurf zu malen. Sondern um drunter zu schreiben: „Auf Machbarkeit überprüfen!”

Vor einigen Monaten war das. Venohr überprüfte, kam auf eine Investitionssumme von 40000 Euro, erhielt den Bescheid, dass dies nicht machbar sei. Und also ging Venohr auf Sponsorensuche.

Fündig wurde er bei fünf örtlichen Sachspendern: Einkaufszentrum Debetz, Malerbetrieb Essers, Elektro Jahn, Kälte/Klima Lösch und Media-Markt. Dank dieser Unterstützung konnte die Stadt dann doch billig: „Die Summe hatte sich auf etwa die Hälfte reduziert”, berichtet Zimmermann. „So viel Geld hatten wir im Etat noch drin”, das war machbar.

Das alte Mobiliar, klobig und im (frag-)würdigen Stil der 60er Jahre, kam raus. Rein kamen ein in einladendem orange gehaltener Teppich, dezent-graue Stühle, ein elegant geschwungener Glastisch und noch allerlei technischer Schnickschnack: ein Fernsehbildschirm etwa - damit die Gäste dem Brautpaar beim Ja-Wort ins Gesicht sehen können. Und vor allem: eine Klimanlage. Wichtig, „denn in diesen Sommer waren es hier bei einigen Trauungen 40 Grad drin”, berichtet Zimmermann. „Da sind einige Bräute doch ganz schön ,verlaufen.”

Nun soll Heiraten in Herzogenrath wieder zu einem uneingeschränkten Vergnügen werden. Und eingeweiht ist das neue Trauzimmer schon: „Am Freitag”, erzählt Venohr, „haben ein städtischer Mitarbeiter und seine Frau den Anfang gemacht.”