Heimatverein Würselen und Geschichtswerkstatt fusionieren

Fusion beschlossen : Heimatverein Würselen und Geschichtswerkstatt Würselen sind Partner

Der Heimatverein Würselen mit seiner 84-jährigen ereignisreichen Geschichte und zurzeit 226 Mitgliedern wird nicht aufgelöst. Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Jugendheim St. Sebastian.

Die 54 anwesenden Mitglieder entschieden sich mit einer deutlichen Mehrheit für die Fusion mit dem Verein „Geschichtswerkstatt Würselen“.

Die Hauptursachen für diese tiefgreifende Entscheidung des Vereins liegen im Fehlen von Verantwortungsträgern im Vorstand und in einer Überalterung der Mitgliedschaft. „Die Teilnahme an den vom Heimatverein angebotenen Veranstaltungen ist in der Vergangenheit drastisch zurückgegangen. So gab es nur die Option einer Fusion oder der Auflösung des Heimatvereins Würselen“, brachte der noch amtierende Vorsitzende Heinz Blankenheim die Sache auf den Punkt.

In der dafür einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung, die auch von Notar Dr. Dirk Kröncke begleitet wurde, erläuterte Blankenheim den zur Abstimmung stehenden Verschmelzungsvertrag mit der Geschichtswerkstatt. In der lebhaften Diskussion kam die Frage auf, ob die handelnden Personen des Heimatvereins alle möglichen Alternativen zum Zusammengehen mit der Geschichtswerkstatt ausgelotet hätten. Hierzu Peter Sous, der im Arbeitskreis „Fortbestand des Heimatvereins Würselen“ mitgearbeitet hat: „Seit drei Jahren ist die Situation bekannt. Seitdem hat sich nichts Grundlegendes geändert. Wir sind nun an einem Punkt angekommen, wo wir entscheiden müssen: Auflösung des Vereins oder Verschmelzung mit der Geschichtswerkstatt“. Zielführende Alternativen habe es nicht gegeben, ergänzte Heinz Blankenheim, der mit seinem Vorstandskollegen, dem Schatzmeister Heiner Wieting, viele Gespräche geführt hat.

Bei der Abstimmung stimmte eine große Mehrheit der anwesenden Mitglieder bei einigen Enthaltungen für eine Fusion. Neun Mitglieder konnten sich nicht mit einer Verschmelzung mit der Geschichtswerkstatt anfreunden. Rechtliche Fragen im Hinblick auf das Umwandlungsgesetz und die Vereinssatzung verhinderten jedoch, dass an diesem Abend ein abschließendes Ergebnis verkündet werden konnte.

Die juristische Prüfung des Abstimmungsergebnisses führte nach Mitteilung des Vorsitzenden Heinz Blankenheim zu einem für die Zukunft der Heimatvereins „positiven Ergebnis“: bei der Versammlung des Heimatvereins habe es die notwendige „Dreiviertelmehrheit für die Fusion gegeben“. Heinz Blankenheim: „Der Heimatverein Würselen fusioniert mit der Geschichtswerkstatt Würselen!“ Nach 84 Jahren Heimatverein gehen nun Ziel und Zweck des Heimatgedankens in die „Geschichtswerkstatt Würselen“ über. „Ein neues Kapital für heimatgeschichtliches Interesse beginnt“, freut sich Heinz Blankenheim, dass die Geschichte des Heimatvereins nicht verloren geht.

Wegen der erforderlichen rechtlichen Prüfung des Abstimmungsergebnisses konnte der Verschmelzungsvertrag an diesem Abend zwar noch nicht unterschrieben werden, die Mitglieder der „Geschichtswerkstatt Würselen“ stimmten bei einer Mitgliederversammlung aber einstimmig dem Verschmelzungsvertrag zu, so dass der Fusion nun nichts mehr entgegensteht.

Hierzu der Vorsitzende Achim Großmann: „Die Geschichtswerkstatt freut sich sehr über diese Entscheidung. Wir haben mit unserer Abstimmung die Tür weit aufgemacht für die Mitglieder des Heimatvereins Würselen und werden sie herzlich willkommen heißen. Ich bin sicher, dass sie sich bei uns wohlfühlen werden. Wir werden jedenfalls versuchen, mit unseren Angeboten auch den Wünschen dieser neuen Mitglieder entgegenzukommen“. Der Verschmelzungsvertrag soll in Kürze unterzeichnet werden.

(ro)