Würselen: Heimatverein braucht neue Ehrenamtler

Würselen: Heimatverein braucht neue Ehrenamtler

Die Zukunft des Heimatvereins Würselen ist ungewiss. Es mangelt an Führungskräften im Vorstand. Im Interview schlägt der Vorsitzende des Heimatvereins Würselen, Heinz Blankenheim, Alarm.

Die personelle Situation des Heimatvereins ist weiterhin angespannt. Wichtige Vorstandsposten sind nicht besetzt. Wie ist der derzeitige Sachstand?

Blankenheim: In der Tat, der Heimatverein hat personelle Probleme, was die Vorstandsarbeit angeht. Richtig ist, dass nur ein funktionierender und geschäftsfähiger Vorstand den Fortbestand des Heimatvereins garantiert. Hier ist wichtig, sich auch die Altersstruktur des Vereins zu betrachten. Ein Altersdurchschnitt von 75 Jahren setzt berechtigte Grenzen in der Übernahme von Vorstandsarbeit und die Übernahme von Verantwortung. Die Bereitschaft zu helfen, wo es geht, ist sehr hoch. Der Anspruch an die Vereinsführung ist gestiegen. Ein Verein ist gezwungen sich so aufzustellen, dass im Rahmen des satzungsgemäßen Auftrags, eine Zukunftsperspektive verbleibt. Wir stehen hier gerade in der Diskussion. Mein Ziel ist es, über mehrere Standbeine den Verein für viele Mitglieder attraktiv zu machen. Ein ausgewogenes Wanderprogramm, die Bearbeitung von heimatgeschichtlichen Themen und Angebote, die die Geselligkeit betreffen, sollen dabei helfen den Fortbestand des Vereins zu sichern. Dazu gibt es am Freitag, 12. Juni, um 19 Uhr bei Houben eine außerordentliche Mitgliederversammlung.

Sind Sie zuversichtlich, dass neue Mitstreiter gewonnen werden können?

Blankenheim: Ohne Zuversicht und die Hoffnung die personelle und inhaltliche Ausrichtung des Vereins zu lösen, wäre jedes Tun überflüssig. Schon im Vorfeld gab es viele Gespräche und Treffen zur Situation des Vereins. Ein echter Lösungsansatz ist jedoch bisher nicht gefunden worden. Ich kann nur an alle appellieren, sich für die Vorstandsarbeit bereit zu erklären. Der Fortbestand des Vereins hängt, wie schon erwähnt, von einem funktionierenden, handlungs- und geschäftsfähigen Vorstand ab. Ein Vereinsprogramm wie das unsrige fand bisher immer einen großen Anspruch und dies wird sicher auch in Zukunft so sein.

Das Sommerprogramm des Heimatvereins Würselen ist derzeit voll im Gange. Sind Sie mit dem bisherigen Verlauf zufrieden?

Blankenheim: Diese Frage kann ich generell mit Ja beantworten. Im Vereinsprogramm gab es schon einige sehr positive Höhepunkte. Ich darf nur den Vortrag zum Kaffeeschmuggel nach 1945, die Themenwanderungen in Verbindung mit dem Besuch des Druckerei-Museums und die Stadtführung durch Eupen nennen. Nicht zuletzt die Wanderung auf dem Lehmjoeresweg rund um Vicht kann als Programmhöhepunkt angesehen werden. Auch die geselligen Treffen beim Café-Klatsch können hier erwähnt werden. Ich bin mit dem bisherigen Programmablauf sehr zufrieden.

Und auf welche Höhepunkte dürfen sich die Heimatfreunde in diesem Sommer noch freuen?

Blankenheim: Da wir unser Programm aus organisatorischen Gründen nicht mehr in Sommer- und Winterprogramm teilen wollen, deckt das Programmheft jetzt den Rest des Jahres ab. Ich verstehe den Heimatverein Würselen auch als Träger von heimatbezogenen Aufgaben. Da die Beschilderung der historischen Objekte einen sehr positiven Anklang gefunden hat werden wir die Beschilderung um sieben Schilder erweitern. In Zusammenarbeit mit der Stadt soll es einen Rundweg entlang der Beschilderung geben, der dann auf einer Karte veröffentlicht werden soll. Einen Vorgeschmack gibt die Broschüre „Bewegte Geschichte(n)… Schritt für Schritt zu mehr Gesundheit“ mit dem Thema „Würselen — damals und jetzt“, die in Zusammenarbeit mit dem Fachseminar für Altenpflege der Städteregion Aachen erarbeitet wurde. Diese Broschüre wird Anfang Juli vorgestellt. Da der Heimatverein aus der Tradition heraus ein vielfältiges Wanderprogramm anbietet, sind auch dabei weitere Höhepunkte zu nennen. Wir wollen uns auch mit einer größeren Gruppe am Wandertag der Städteregion Aachen am 21. Juni beteiligen. Unsere diesjährige Abschlussfahrt im Oktober wird uns nach Maastricht bringen. Ein Blick in unser Programm lohnt sich!

(ro)
Mehr von Aachener Zeitung