Alsdorf: Haushalt 2018: Stadt Alsdorf hat grünes Licht erhalten

Alsdorf : Haushalt 2018: Stadt Alsdorf hat grünes Licht erhalten

Erfreuliche Mitteilungen — jedenfalls unter den gegebenen, finanziell angespannten Umständen — hatte Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders im jüngsten Hauptausschuss zu machen: Städteregion Aachen und Bezirksregierung Köln haben den städtischen Haushalt 2018 genehmigt, nachjustieren musste die Stadt nicht.

Es bleibt also alles so, wie es bereits im vergangenen Jahr in der Haushaltsrede des Kämmerers vorgestellt wurde.

Mit der Genehmigung der übergeordneten Behörden kann der Haushalt nun bekanntgemacht und damit gearbeitet werden. Das bedeutet unter anderem für Vereine und Verbände, dass sie Gewissheit über die Ausschüttung der sogenannten freiwilligen Leistungen der Stadt haben, was für ihre Jahresplanung nicht unwesentlich ist. Laut Kämmerer Michael Hafers beträgt dieser Posten rund drei Millionen Euro, allerdings fließt ein Großteil des Geldes auch in die Betriebskosten der Stadthalle, in Hallenbad und Stadtbücherei.

127 Millionen Euro beträgt das Gesamtbudget, dazu kommen Investitionen in Höhe von 9,3 Millionen Euro. Der größte Posten auf der Ausgabenseite ist die Jugendhilfe.

Außerdem ist der Jahresabschluss 2017 genehmigt, der auch auf der Tagesordnung der morgigen Ratssitzung steht. Und das Defizit fällt deutlich geringer aus als befürchtet: Statt geplanter 12,5 Millionen Euro sind es „nur“ zwei Millionen Euro Miese. 2016 war sogar ein Plus von fünf Millionen Euro erwirtschaftet worden — eine Eintagsfliege, die auf einen Posten in der Gewerbesteuer zurückzuführen war.

Als Gründe für das — trotz Minus — immer noch gute Ergebnis für das Jahr 2017 führte Sonders gestiegene Mehreinnahmen an: zu einem geringeren Teil bei der Grundsteuer (Wohnhäuser und Gewerbebauten), zu einem größeren Teil bei der Gewerbesteuer und bei der Einkommenssteuerumlage. „Wir haben also in Alsdorf mehr Menschen mit einem geregelten Einkommen, was nicht zuletzt auf den Zuzug neuer Familien zurückzuführen ist“, sagte Sonders, der damit das Konzept der Stadt, gezielt Wohngebiete für junge Familien zu schaffen, aufgegangen sieht.

In Zahlen sind es 2,4 Millionen Euro brutto bei der Gewerbesteuer und 800.000 Euro bei der Einkommenssteuer, die positiv zu Buche schlagen.

Zwei Millionen Euro Minus bleibt eine Neuverschuldung, das lässt sich nicht wegdiskutieren. „Wir befinden uns aber weiter auf Konsolidierungskurs“, sagte Sonders.

Eigenkapital der Stadt

Auf der Belastungsseite fallen die Transferleistungen stark ins Gewicht, also etwa die Unterstützung von Armen. Daneben, ergänzt Kämmerer Hafers auf Nachfrage, habe man 1,4 Millionen Euro für Kitas ausgeben müssen, unter anderem, weil aufgrund der höheren Nachfrage nach Kita-Plätzen mehr (Übergangs-)Gruppen gebildet werden.

Das Eigenkapital der Stadt — dazu gehören unter anderem Grundstücke und öffentliche Gebäude — beläuft sich auf 1,7 Millionen Euro netto. Durch Verkauf einer Fläche war die Summe um rund 300.000 Euro geschrumpft.

Die Liquiditätskredite (früher Kassenkredite genannt) summieren sich auf 106 Millionen Euro, im Jahr 2016 waren es noch 115 Millionen Euro. „Wir haben also unsere Verbindlichkeiten reduziert“, sagt Hafers. Eine maximale Obergrenze für die Kreditaufnahme gibt es vonseiten der übergeordneten Stellen nicht, wohl aber hat sich die Stadt selbst ein Limit von 150 Millionen Euro verordnet.

Hafers hat einmal die Verzinsung durchgerechnet und kommt auf durchschnittlich 0,61 Prozentpunkte — auch durch den Effekt sogenannter Negativzinsen. Das ist ein etwas merkwürdiger Konstrukt, bei dem der Schuldner für die Aufnahme eines Kredits Zinsen auf das geliehene Kapital erhält. Sprich: Man leiht beispielsweise 1000 Euro, zahlt aber nur 995 zurück.

Außerdem auf der Tagesordnung steht heute der Gesamtabschluss für das Jahr 2016. Im Gegensatz zum Jahresabschluss sind hierhin neben dem „normalen“ Haushalt auch alle Tochtergesellschaften der Stadt Alsdorf — die beiden GSGs (GSG Grund- und Stadtentwicklungs-GmbH und die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Alsdorf mbH) und der Eigenbetrieb Technische Dienste (was früher mal unter „Bauhof“ lief) berücksichtigt. Der sogenannte Konzernabschluss für 2016 beläuft sich auf 8,5 Millionen Euro. Zur Erinnerung: Die Stadt alleine hatte ein Plus von fünf Millionen Euro erwirtschaftet.

Die entsprechenden Vorlagen zum Jahresabschluss 2017 und Gesamtabschluss 2016 liegen in der Ratssitzung auch für das Publikum aus, ansonsten sind sie über das Ratsinformationssystem auf der Homepage der Stadt abrufbar. Der Rat tagt ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses an der Hubertusstraße 17.

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