Baesweiler: Haus Setterich: Viele Infos beim „Tag der Seniorentechnik“

Baesweiler: Haus Setterich: Viele Infos beim „Tag der Seniorentechnik“

Der verwitwete Vater wohnt nach dem Tod seiner Ehefrau allein, die Kinder leben nicht mehr hier. Doch sie können beruhigt sein. Ihr Vater verfügt nämlich über einen Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und trägt ständig einen kleinen, handlichen Funksender wie eine Uhr am Arm.

Fühlt sich der 81-jährige Diabetiker nicht wohl, reicht ein Knopfdruck auf dem Sender, um einen Notruf auszulösen. Die Basisstation auf seinem Schreibtisch empfängt das Funksignal und wählt die Hausnotrufzentrale an. Sobald der Alarm dort eingetroffen ist, kann der 81-Jährige frei in den Raum hinein erzählen, was ihm fehlt. Dass er Diabetiker ist, wurde mit Namen und seiner Adresse bereits beim DRK hinterlegt. Sollte der Patient nicht in der Lage sein zu sprechen, werden sofortige Hilfsmaßnahmen eingeleitet.

Ein Einsatzdienst fährt mit einem beim DRK hinterlegten Schlüssel zur Wohnung, sieht dort nach dem Rechten, kann Erste Hilfe leisten und den Notarzt verständigen. Nachbarn, Freunde oder Kinder, die ebenfalls einen Wohnungsschlüssel haben, werden informiert. „Eine schnelle und zuverlässige Hilfe“, erklärt Detlef-Peter Bauer, Fachberater Hausnotruf und Menüservice/Catering beim DRK anlässlich des „Tages der Seniorentechnik“ im Haus Setterich — eine Veranstaltung innerhalb der Woche der Senioren.

Highlight der Ausstellung war der „Age-Man“ — ein Alters-Simulations-Set, mit dessen Hilfe Junge ausprobieren können, wie es sich anfühlt, alt und nicht mehr so beweglich zu sein. Die Gesundheitswissenschaftlerin Sabine Müller, 28, arbeitet als Vertreterin im Stadtteil-Management des Hauses Setterich. Sie bewies Mut als Testperson.

Anlegen musste sie: einen Overall, eine Weste mit Gewichten, Ellbogenschützer, eine Halskrause, Handgelenkgewichte, Handschuhe mit einem Tremor-Simulator, der Zittern hervorruft, einen Gehörschutz und eine Simulationsbrille. „Ich habe mich sehr unbeweglich gefühlt, konnte kaum etwas hören und habe deshalb nichts mehr mitbekommen. Alles war äußerst beschwerlich“, resümierte sie. „Das sollte jeder junge Mensch mal ausprobieren. Denn viele haben keine Geduld, wenn ältere Menschen langsam und unbeweglich sind. Das hätte ich mir vorher nicht so schlimm vorgestellt.“

Das Haus hat sich in Sachen Seniorenarbeit zu einem wichtigen Quartiersstandort etabliert. Dies ist nicht zuletzt dem herausragenden Engagement von Koordinatorin Heike Heinen zu verdanken. Bürgermeister Dr. Willi Linkens zollte ihr bei der Eröffnung der Veranstaltung den gebührenden Respekt. Er lobte die Arbeit im Haus Setterich, die sich vor allem zum Ziel gesetzt hat, den vielen Menschen im Viertel in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ernst zu nehmen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Die Ausstellung bot so auch ein breites Spektrum an Hilfsmöglichkeiten, die älteren Menschen zur Verfügung stehen: Treppenlifte, Rollatoren, eine spezielle, einfach zu handhabende Software fürs Smartphone, Wohnberatung in Sachen Umbaumaßnahmen für Ältere und weitere Angebote aus dem technischen und sanitären Bereich. Aufschlussreich war auch die Präsentation von Sicherheitstechnik, die vor Einbrüchen schützt. Drei Sicherheitsberater — Alexander Theek, Thorsten Mohr und Josip Prlic — standen Rede und Antwort. Einbrecher scheitern an einer guten Sicherheitstechnik: Dies beweist nicht zuletzt ein Blick in die polizeiliche Statistik. Die Experten demonstrierten anschaulich, wie ein guter Schutz rund um die vier eigenen Wände aussehen sollte.

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