Harmonikatreffen in Eurode 2019

Harmonikatreffen : Ein Volksinstrument auf dem Vormarsch

Ein bisschen quetschen, nebenher ein paar Knöpfe drücken und dabei auch noch im Takt bleiben: Für viele ist die Harmonika ein mysteriöses Instrument. Manche finden, es sei ganz einfach zu erlernen.

Andere verstehen kaum, wie es funktionieren soll, wie man mit Quetschen und Tippen überhaupt eine eine Melodie erzeugen kann. Aber es geht, macht Laune, hat eine lange Tradition und erlebt im Aufwind von Oktoberfesten, Dirndl und Lederhosen auch in Deutschland eine Renaissance.

Vor allem aber ist die Harmonika in den Niederlanden längst höchst populär. Das weiß auch Dr. Werner Janssen, Vorstand der Euriade, dem Internationalen Festival des Dialogs, das jedes Jahr von Februar bis Dezember in der Grenzregion Deutschland, Belgien und Niederlanden über die Bühne geht.

Fachsimpeln und mitspielen

Zusammen mit Harry Scheilen und Hans Mulder hat er das erste Kerkrader Harmonikatreffen organisiert. Und kommt natürlich selbst ganz stilecht in der Krachledernen in den Harmoniesaal „’t Trefpunt“ an der Meuserstraat in Haanrade, in dem sich rund 60 muntere Musikfreunde versammelt haben. Hinkommen, lauschen, mitspielen, fachsimpeln – alles das ist möglich an diesem Nachmittag bei Bier, Wein und Häppchen. Während Wiel Scheenstra mit seiner „Quetsch“ und eingängigen Melodien schon mal für beste Stimmung im Saal sorgt, berichtet Janssen:  „In Kerkrade ist die Harmonika Tradition. Viele Menschen aus Holland und Deutschland kommen hierher, um dieses Instrument zu spielen.“ Junge Leute haben das erste Harmonika-Treffen offenbar noch nicht für sich entdeckt, aber das kann und soll sich mit weiter wachsender Popularität des Instrumentes ändern. Das hofft auch Janssen, bevor er zusammen mit Harry Scheilen selbst die Bühne besteigt, um das Publikum mit Harmonikaweisen und Gesang zu erfreuen.

Dass die Harmonika auch in der jüngeren Generation neue Beliebtheit erfährt, davon kann derweil Johan Wiegers berichten. Er handelt mit neuen und gebrauchten so genannten steirischen oder Wiener Harmonikas: „Ich denke, viele haben bemerkt, dass es wirklich nicht schwer ist, das Instrument zu erlernen“, sagt er und betont: „Es macht wirklich großen Spaß.“ Ein absoluter Anfänger, so erklärt er weiter, könne mit ein bisschen Übung schon nach ein paar Wochen ein leichtes Stück spielen.

Dazu bräuchte man nicht mal das heimische Wohnzimmer zu verlassen, denn mittlerweile werden sogar Online-Kurse angeboten. Beim Erlernen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder man spielt nach Noten oder nach der sogenannten Griffschrift. Bei ihr wird angezeigt, welche Tasten wann gedrückt werden müssen.

Man muss also nicht mal zwingend Noten lesen können, um  eine „Quetsch“ zu beherrschen. Für viele Musikfreunde durchaus ein großer Vorteil ...

(lgob)