Würselen: Hans Maassen: Jungenspiele für Würselen wichtig

Würselen: Hans Maassen: Jungenspiele für Würselen wichtig

Die Jungenspiele sind weit über die Stadt Würselen hinaus bekannt. Im Interview mit unserer Zeitung stellt Hans Maassen,Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele (AWJ), fest: „Das Brauchtum hält die Jugend in der Stadt.“

Herr Maassen, die Jungenspielsaison ist bereits voll im Gange. Euchen und Linden-Neusen haben bereits kräftig gefeiert. Wie lautet Ihr erstes Fazit zum „Jungenspieljahr 2016“?

Hans Maassen: Der Auftakt in Euchen und Linden-Neusen ist hervorragend gelaufen, trotz des nicht immer optimalen Wetters. Die Jungenspielsaison läuft insgesamt sehr gut an. Bei den Maibällen herrschte beste Kirmesstimmung. Der Grundstock für die Großkirmes in Würselen an diesem Wochenende ist somit gelegt. Der gegenseitige Besuch der Jungenspiele untereinander lässt mich sehr zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die gute Kirmeslaune ist förmlich in der ganzen Stadt greifbar.

Herr Maassen, vor wenigen Tagen wurden Sie 60 Jahre „jung“ — Herzlichen Glückwunsch! Sie feierten diesen runden Geburtstag im Kreise BIhrer Jungenspielfreunde. Seit Jahrzehnten engagieren Sie sich bei den Jungenspielen und auch im Brauchtum Karneval. Gibt es einige besondere Momente, an die Sie sich gerne erinnern?

Maassen: Vielen Dank für die Glückwünsche. Sie haben Recht — mit dem Brauchtum Karneval bin ich in meiner Heimat Linden-Neusen groß geworden. Bei den Linden- Neusener Klöös freut es mich immer wieder, dass diese muntere Truppe mit einem „harten Kern“ Jahr für Jahr so tolle Veranstaltungen für eine schöne Session auf die Beine stellt. Ebenso sind die Ortsvereine gleich zur Stelle, wenn der Karnevalszug geht. Das Linden-Neusener Jungenspiel hat mich übrigens vor zehn Jahren zum Ehrenmitglied ernannt — das war eine sehr große Ehre für mich. Es gibt sehr viele Momente, an die ich mich gerne erinnere. Ganz wichtig sind die ganz einfachen, normalen Dinge, die aber heute gar nicht mehr so selbstverständlich sind: die Begegnung mit Menschen und Freunden, die man vielleicht schon lange nicht mehr gesehen hat, im „Veedel“, etwa beim Jungenspiel oder Karneval. Das unterscheidet uns von der Anonymität einer Großstadt, hier kennt noch jeder jeden, man nimmt aufeinander Rücksicht, kann sich aufeinander verlassen und ist zusammen bei Freud und Leid.

Woher kommt die fast unerschöpfliche Motivation, sich für die Menschen in der unmittelbaren Umgebung einzusetzen?

Maassen: Das Brauchtum Jungenspiel und der Karneval liegen mir seit meiner Jugend, also schon seit einem halben Jahrhundert, sehr am Herzen. Jungenspiel und Karneval mit den Klöös heißt für mich: Heimat — hier bin ich in meinem Zuhause bei Freunden! Es war immer und ist unverändert mein Bestreben, die Dorfgemeinschaft zusammen zu schweißen. Denn nur mit einer lebendigen Dorfgemeinschaft, in der sich die Menschen — egal ob Jung oder Alt — wohlfühlen, haben kleine Gemeinschaften wie Linden-Neusen eine Zukunft! Wenn ich hierzu in den vergangenen Jahren einen Beitrag leisten konnte, dann freut mich das umso mehr. Diese Zielsetzung gilt natürlich insgesamt auch für die gesamte Düvelstadt.

Sie sprachen die Bedeutung von „Heimat“ gerade in der heutigen globalisierten Welt an. Warum ist das Brauchtum Jungenspiele für eine Stadt wie Würselen heute wertvoller und wichtiger denn je?

Maassen: Weil dieses Brauchtum die Jugend in Würselen hält! Brauchtum und Heimatverbundenheit sind nicht zu trennen. Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass beispielsweis beim Jungenspielempfang der ganze Ratssaal überfüllt ist mit jungen Leuten, die sich zum Brauchtum und zu Ihrer Heimatstadt bekennen. Dass die jungen Leute diese Jahrhunderte alte Werte hochhalten ist ganz wichtig im heutigen Zeitalter der Globalisierung. So etwas prägt fürs Leben. Unsere Stadt kann ohne Zweifel stolz auf die Jugend sein, weil sie die Stadt jung und lebendig hält.

Sind denn alle Jungenspiele in diesem Jahr wieder am Start?

Maassen: Auf jeden Fall. Alle elf Jungenspiele sind wieder mit dabei. Nach der Großkirmes in Würselen-City ist noch lange noch nicht Schluss. Nach einer kurzen Verschnaufpause wird vom 17. bis zum 20. Juni in Weiden und Vorweiden-Nassau Kirmes gefeiert. Zum Abschluss der Jungenspiel-Saison geht’s im „Dörflein an der Wurm“ vom 1. bis 4. Juli richtig rund. Schützen und Jungenspiel laden zur Bardenberger Kirmes ein. Die einzelnen Termine und weitere Infos gibt’s unter: www.jungenspiele.de.

Welche Termine sollte man sich denn am kommenden Wochenende unbedingt freihalten?

Maassen: Grundsätzlich natürlich alle vier beziehungsweise fünf Kirmestage. Zwei Termine liegen mir dabei aber ganz besonders am Herzen: Das ist zum einen das traditionelle Fahnenschwenken vor der Kirche St. Sebastian am Sonntagmorgen im Anschluss an den Jungenspiel-Gottesdienst um 10.15 Uhr. Am Nachmittag marschiert dann der große gemeinsame Festzug aller elf aktiven und der zwei inaktiven Würselener Jungenspiele ab 18 Uhr durch die Straßen der City.

Ein Höhepunkt an den Kirmestagen in Würselen-Mitte ist auch das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Würselen-Hildburghausen. Was ist an diesem Wochenende geplant?

Maassen: Die Städtepartnerschaft zwischen Würselen und Hildburghausen feiert in diesem Jahr ihr silbernes „25-jähriges“ Jubiläum. Aus diesem besonderen Anlass reist eine 37 Mann starke Delegation mit dem Bürgermeister Holger Obst an der Spitze bereits am Samstag nach Würselen. Um 11 Uhr lädt die Stadt zu einem Festakt in das Alte Rathaus mit Eintragung ins Goldene Buch ein.

(ro)
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