Herzogenrath: Hallenbad Kohlscheid: Entscheidung hängt von vielen Variablen ab

Herzogenrath: Hallenbad Kohlscheid: Entscheidung hängt von vielen Variablen ab

Sanieren oder neu bauen? Das ist die Gretchenfrage. Immerhin: Politische Einigkeit herrscht darüber, dass Kohlscheid eine Schwimm-Möglichkeit braucht. Doch die Bedingungen waren unter der Last des Haushaltssicherungskonzepts schon schwer genug.

Und sind durch die nun zusätzlich auferlegte vorläufige Haushaltsführung nicht besser geworden. Ein öffentlich-rechtlicher Partner schwebt der SPD/CDU-Kooperation vor, um zwecks Generalsanierung oder Neubau eines Hallenbads ein Miet- oder Pachtmodell zu installieren. Denn da macht sich die Groko keine Illusionen: Die Haushaltslage lässt nicht viel Spielraum. Ein Investor, der alle Kosten übernimmt und dann durch Pachteinnahmen und Mieten refinanziert, käme gerade recht.

Am besten aus dem öffentlich-rechtlichen Sektor, da ein solcher Partner — wie die Stadt — kommunale Begünstigungen, etwa Kommunalkredite, in Anspruch nehmen könne „und damit eine wirtschaftlichere Situation erreichen kann, als dies ein kommerzieller Partner könnte“, sind die Fraktionschefs Gerhard Neitzke (SPD) und Reimund Billmann (CDU) überzeugt. „Wir halten es daher für erforderlich, dass die Verwaltung eine solche Möglichkeit dringend umfassend und eingehend prüft.“ Dieser Auftrag soll im heutigen Haupt- und Finanzausschuss (18 Uhr, Ratssaal) erteilt werden. Schon in der folgenden Sitzung erwarten die Politiker „ein entsprechendes Gutachten“.

Mittlerweile haben sie sich aber auch in anderen Schwimmbädern umgesehen: Das SimmBad in Simmerath, das Vennbad in Monschau und das Erkabad in Erkelenz standen auf der Liste.

SimmBad als Positivbeispiel

Besonders vom Simmerather Modell war man angetan, wie Grünen-Fraktionschef Dr. Bernd Fasel auf Anfrage erläutert: „Das SimmBad ist klasse gemacht: sehr viele gute Detaillösungen, sehr durchdacht — und das für unter vier Millionen Euro.“ Das einzige, was fehle, sei ein Sprungturm. Fasel: „Der würde eine größere Deckenhöhe und auch Beckentiefe erfordern, was den Kostenrahmen gesprengt hätte. Also: kein Sprungturm.“ Als möglichen Standort habe er den Parkplatz neben dem bestehenden Hallenbad ins Gespräch gebracht, der aber auch auf Bergbauvergangenheit geprüft werden müsste. „Dieser Standort hätte aber den Vorteil, dass zügig mit dem Bau begonnen werden könnte und keine Grundstückskosten entstünden. Vielleicht könnte das alte Hallenbad einer anderen Nutzung zugeführt werden — man muss ja nicht immer alles abreißen…“ Falls sich ein öffentlich-rechtlicher Partner fände, so sagt auch Fasel, wäre das „keine schlechte Lösung“. Das Erkabad und das Vennbad hingegen seien „eine Nummer zu groß“, wie Fasel sagt, „zumindest, wenn man die andere Bäderlandschaft in Herzogenrath so lassen will — wozu ich stark tendiere.“

Rund 10 000 Euro kostet das geschlossene Bad zurzeit monatlich. Darin stecken Grundbesitzabgaben, Energie, Heizung, Gebäudeversicherung, Niederschlags- und Schmutzwassergebühr sowie Frischwasser. „Eine vollständige Abschaltung aller Systeme würde diesen Betrag natürlich deutlich reduzieren. Dann würden nur noch Grundbesitzabgaben, Niederschlagswassergebühr und gegebenenfalls der Versicherungsbeitrag anfallen“, sagt Kämmerer Markus Schlösser. Und: „Die Kosten, die in diesem Jahr noch für die Sicherung der Bausubstanz des Hallenbades anfallen, werden zur Zeit noch überprüft.“

Und: Welche Ausgaben mit Blick auf den Nothaushalt überhaupt getätigt werden dürfen, muss mit der Kommunalaufsicht — wie alle freiwilligen Haushaltsposten — ausgehandelt werden ...